Das war nichts. Für Union Berlin endet die Pokalreise abrupt. Beim 1. FC Köln unterlag die Elf von Cheftrainer Mauro Lustrinelli mit 0:5 (0:1) und kann sich nun voll auf die Bundesliga konzentrieren. Die Kölner traten im eigenen Stadion souverän auf. Union gelang es nicht, den Einzug der Rheinländer ins Achtelfinale ernsthaft zu gefährden. Die Chance, den zuletzt aufkeimenden Aufwärtstrend in der Liga zu bestätigen, gibt es schon am Sonntag in Köpenick. Seit der Länderspielpause sind die Berliner ungeschlagen und holten fünf Punkte. Gegner im Heimspiel ist dann ausgerechnet der 1. FC Köln.

Die Erkenntnisse

Es nieselte an diesem Herbstabend im Rheinenergiestadion vor 49.000 Zuschauern in Köln-Müngersdorf. Nach vorn ging bei Union wenig. Wie zuletzt in der Bundesliga wollten die Berliner zunächst kompakt und sicher stehen. Das gelang nur zeitweise.

Deutschland: DFB Pokal 2026/2027 2.Runde, 1.FC Köln vs 1.FC Union Berlin, Dienstag, 27.10.2026 RheinEnergieStadion (Köln
Said El Mala lässt sich nach seinem Treffer feiern.© IMAGO/Steinsiek.ch | IMAGO/Merle Kölking

Felix Uduokhai fehlte angeschlagen. Der Innenverteidiger hatte in Augsburg (0:0) die Rote Karte gesehen und sich nach der Aktion an den Oberschenkel gefasst. Union spielte dort lange in Unterzahl und holte trotzdem einen Punkt. In Köln stand deshalb Leopold Querfeld neben Zeno van den Bosch in der Innenverteidigung. Dieses Mal hielt die Abwehrkette deutlich schlechter als in Augsburg. Vor allem Kölns Offensivspieler Linton Maina bereitete den Berlinern große Probleme.

Trainer Mauro Lustrinelli hatte vor dem Spiel gesagt: „Ein Pokalspiel ist ein Spiel, in dem es um alles geht.“ Er hatte auch gesagt: „Ich erwarte, dass Köln bereit ist. Wir wollen unser Spiel so gut wie möglich auf den Platz bringen.“ Für Köln stimmte das weitgehend. Die Gastgeber traten griffig und spielfreudig auf und trugen den Ball immer wieder in die Berliner Hälfte. Bei Union galt, was zuletzt immer galt: Offensiv ist noch viel Luft nach oben. Gefährlich wurden die Berliner ausschließlich nach Standardsituationen. Damit brachten sie die Kölner nur kurz in Verlegenheit.

Die Gastgeber kamen immer wieder zu Chancen. In der 25. Minute traf Maina den Pfosten. In der 32. Minute fiel dann die Führung: Said El Mala schloss elegant ab und schoss den Ball an Union-Torwart Matheo Raab vorbei. Kurz nach Wiederanpfiff belohnte sich auch Maina für seinen starken Auftritt (52.). El Mala legte nach (60.), danach trafen Isak Johannesson (79.) und Sebastian Sebulonsen (88.) zum 5:0‑Endstand. Union ging in Köln gänzlich unter.

Die Erkenntnis des Abends ist daher so dunkel wie der schwarze Mantel, den Lustrinelli am Spielfeldrand trug. Offensiv muss bei Union einiges passieren. Die Defensive sah ohne Uduokhai längst nicht so stabil aus, wie sie in Augsburg gewirkt hatte.

Die Szenen

„Wir sind in einem Projekt unterwegs, und morgen ist ein echter Test. Er zeigt, wo die Entwicklung dieser Mannschaft steht. Ich bin gespannt, was wir auf dem Platz zeigen“, hatte Lustrinelli vor dem Spiel gesagt. Der Schweizer betont immer wieder, dass sich seine Mannschaft in einem Prozess befindet und Schritt für Schritt besser wird.

1.FC Köln vs. 1.FC Union Berlin, Fussball, DFB-Pokal, 2.Runde, Saison 2026/27, 27.10.2026
Leopold Querfeld (l.) im Duell mit Linton Maina. Der Kölner beschäftigte die Berliner Defensive.© imago/Eibner | IMAGO/Eibner-Pressefoto/Lukas Baldyga

Der Abend in Köln war in diesem Prozess ein Rückschritt. Sinnbildlich dafür steht die 13. Minute: Querfeld und Raab einigten sich nicht, wer zum Ball geht. Maina lief Querfeld den Ball ab, und Raab kam nicht rechtzeitig heraus. Am Ende ging keiner hin, und Maina ließ die Chance liegen. Union konnte sich bei ihm bedanken.

Die Spieler

Mekhi Gray, 19 Jahre alt, stand erstmals in einem Pflichtspiel in der Startelf der Profis. Seit der Länderspielpause hatte er in jedem Spiel Einsatzzeit bekommen: zwölf Minuten gegen die SV Elversberg, 20 gegen Borussia Dortmund und eine Halbzeit in Augsburg. Vor dem Spiel hatte Lustrinelli die körperlichen Stärken des 1,97 Meter großen Stürmers hervorgehoben: „Er gibt uns Variabilität und körperliche Präsenz, und er kann uns mit seiner Größe etwas mehr ergänzen.“

Deutschland: DFB Pokal 2026/2027 2.Runde, 1.FC Köln vs 1.FC Union Berlin, Dienstag, 27.10.2026 RheinEnergieStadion (Köln
Gegen sie war an diesem Pokalabend kaum ein Kraut gewachsen: Said El Mala (r.) und Linton Maina.© IMAGO/Steinsiek.ch | IMAGO/Merle Kölking

In Köln war davon wenig zu sehen. Gray ging in der Kölner Defensive eher unter, als dass er auf sich aufmerksam machte. Oft wirkte er auf sich allein gestellt.

Lesen Sie auch

Im Pokal wird gern rotiert, auch im Tor. Statt Stammkeeper Frederik Rönnow stand Matheo Raab zwischen den Pfosten. Angekündigt war das nicht. Lustrinelli hatte nur gesagt, eine mögliche Rotation hänge davon ab, wie gut die Spieler die englische Woche wegsteckten. „Mir ist wichtig, in dieser Phase eine gewisse Kontinuität zu geben“, sagte er. In Köln änderte er die Startelf dann auf drei Positionen: Querfeld und Gray begannen für Uduokhai und Livan Burcu, der auf der Bank saß. Raab kam für Rönnow, der ebenfalls auf der Bank saß.