Wenn Mekhi Gray aufsteht, ist er nicht zu übersehen. 1,97 Meter, ein Auftreten ohne Hektik, dazu eine leise Stimme: Der Stürmer von Union Berlin erlebt gerade Tage der ersten Male. Auf sein Bundesliga-Debüt gegen die SV Elversberg folgte eine Woche später der Einsatz gegen Borussia Dortmund, jetzt der erste Medientermin.
Nervös wirkt Gray dabei keine Sekunde. Und diese Gelassenheit wird er womöglich brauchen, denn auf Union wartet ein Monatsabschluss, der es in sich hat: Am Samstag geht es zum FC Augsburg (15.30 Uhr, Sky), am Dienstag folgt in der 2. Runde des DFB-Pokals das Duell beim 1. FC Köln, und am Sonntag darauf kommen die Kölner nach Köpenick. Für Trainer Mauro Lustrinelli ist es die erste Englische Woche mit dem Team. Gerade deshalb könnte einer häufiger gefragt sein, der bislang nur zwei Kurzauftritte hatte: Gray.
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Der 19‑Jährige debütierte beim ersten Saisonsieg, einem 1:0 gegen Elversberg, und spielte zwölf Minuten. Beim 0:0 gegen Dortmund durfte er erneut ran. Dass junge Spieler in dieser Phase ihre Chance bekommen, ist laut Lustrinelli kein Zufall.
Wie Mekhi Gray bei Union Berlin von Ilics Ausfall profitiert
Obwohl das nach einem Plan klingt, hat Grays frühe Spielzeit auch mit der Personallage zu tun. Andrej Ilic fällt nach seiner Blinddarm-Operation weiter aus, seine Rückkehr auf den Platz ist bislang nicht angekündigt. In der Offensive haben sich dadurch Räume ergeben, die zu Saisonbeginn nicht zu erwarten waren.

Im Sommer war bei Union sogar über eine Leihe des Nachwuchsstürmers gesprochen worden. „Am Ende haben wir uns aber entschieden, dass ich hierbleibe und meine Chance nutze, wenn sie da ist“, berichtet Gray. Diese Entscheidung zahlt sich aus.
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Warum Grays Profil so gut zu Union passt
Lustrinelli machte am Donnerstagnachmittag deutlich, dass er den jungen Stürmer nicht aus Verlegenheit einsetzt. „Er bekommt auch deshalb Spielzeit, weil er ein sehr interessantes Profil hat, auch für die Art, wie wir spielen wollen. Er kann vorn den Ball sehr gut halten“, erklärte der Schweizer.

Gray sieht sich ähnlich: „Ich bin ein physischer Stürmer. Meine Stärken liegen darin, Bälle zu sichern und zu tragen, um die Mannschaft zu entlasten.“ Dazu kommt Präsenz im Strafraum. Gegen Dortmund setzte er in seinen 20 Minuten Akzente: Er war körperlich stark, sicherte einige Bälle und gewann Kopfballduelle.
Drei Eigengewächse auf dem Platz: Köpenick setzt auf die Jugend
Doch nicht nur Grey ließ aufhorchen. In der Schlussphase gegen Dortmund standen mit Aljoscha Kemlein (22), Linus Güther (16) und Gray erstmals im achten Bundesliga-Jahr drei Eigengewächse gleichzeitig auf dem Platz. Lustrinelli sprach von Stolz: „Als wir dieses Projekt begonnen haben, haben wir gesagt: Wir wollen bei Union eine neue Spielweise und gleichzeitig die Jungen fördern. Das haben wir gezeigt.“
Er bremste aber auch: „Gleichzeitig ist es wichtig, die Jungen nicht zu sehr in die Euphorie zu schicken, sondern ihnen Zeit, Ruhe und Geduld zu geben.“ Wichtig sei der Zeitpunkt, vor allem wenn das Team solide stehe. Zu Grays Lage sagte er: „Für ihn ist es keine normale Situation, sein Leben und sein Umfeld haben sich etwas verändert.“ Entscheidend sei, dass die Jungen „immer Vollgas geben“. Gray tue das.







