Wenige Augenblicke, bevor die Spielerinnen des FC Bayern durch die Mixedzone der Alten Försterei tobten, um ausgelassen ihre vierte deutsche Meisterschaft in Folge und den achten Titel insgesamt zu feiern, fand Ailien Poese die richtigen Worte. Für den Auftritt gegen die Münchnerinnen und auch für die gesamte Saison. „Der Stolz überwiegt. Wir wollten ganz, ganz unangenehm sein und den Bayern einen richtig schweren Abend machen“, sagte die Cheftrainerin von Union Berlin nach dem 2:3 (1:1).

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Gegen das beste Team der Bundesliga zeigten die Köpenickerinnen ihre beste Saisonleistung, vielleicht nicht spielerisch, jedoch was Leidenschaft und Teamgeist angeht. Dieses Spiel war dazu auserkoren, der Liga zu zeigen, dass die Union-Frauen gekommen sind, um länger erstklassig zu bleiben.

Union Berlin hat immer an den Prozess geglaubt

„Wir hatten in der Hinrunde eine sehr, sehr schwere Zeit, durch die wir gemeinsam gegangen sind“, erzählte die nach der Saison in den Nachwuchsbereich wechselnde Poese: „Wir haben immer gesagt: Trust the process, wir werden noch unsere Punkte holen.“ In jedem Training habe man immer gesehen, „was für ein Potenzial in der Mannschaft steckt“, so die Trainerin.

1. FC Union Berlin - Bayern München
Die Spielerinnen von Bayern München feiern nach dem Sieg bei Union Berlin die deutsche Meisterschaft.© Soeren Stache/dpa | Soeren Stache

Den Klassenerhalt bereits gesichert, die Bundesliga-Rekordkulisse von 13.220 Fans im Rücken – Unions Frauen wollten den Bayern die Meisterfeier unbedingt vermiesen. Nach den beiden Treffern durch Sophie Weidauer (11.) und Lia Kamber (77.), die die Rückstände durch Edna Imade (8.) und Barbara Dunst (50.) ausglichen, waren die Unionerinnen auch dicht dran.

Trainerin Poese ist froh über die Entwicklung bei Union Berlin

Den Unterschied machten die beiden eingewechselten Nationalspielerinnen Klara Bühl und Giulia Gwinn aus: Gwinn auf Bühl, dessen Flanke von der Grundlinie die DFB-Kapitänin meisterlich vollendete (84.). Unions Fans feierten das Team trotzdem. „Wir hatten richtig Bock auf dieses Spiel. Wir waren lange nicht mehr in der Alten Försterei und wollten unseren Fans, die jedes Mal so zahlreich erscheinen, etwas zurückgeben“, sagte Torschützin Kamber.

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„Ich bin einfach total stolz, dass die Entwicklung, die wir genommen haben in der ersten Bundesliga-Saison, jetzt in der Rückrunde auch erkennbar ist“, bilanzierte Poese. Die Partie gegen die Meisterinnen aus München hat gezeigt: Die Entwicklung des Frauen-Fußballs hat an der Alten Försterei gerade erst begonnen.