Samantha Steuerwald blieb kurz nach dem Abpfiff einfach sitzen, genau an der Stelle, von der aus sie Sekunden zuvor den Ball weit über das Tor gedroschen hatte. Auch wenig später, als sich die Spielerinnen von Carl Zeiss Jena längst jubelnd zu ihren Fans in der Alten Försterei aufgemacht hatten, verharrte die Abwehrspielerin von Union Berlin an diesem Ort zehn Meter vor dem Tor. Als würde sie eine Erklärung dafür finden wollen, warum ihr Schuss nicht im Tornetz zappelte. Sie fand keine.
Es wäre der Ausgleich für die Berlinerinnen gewesen und hätte zumindest die Verlängerung bedeutet. So aber endet der Traum vom erstmaligen Einzug ins DFB-Pokal-Viertelfinale für die Unionerinnen vor 4664 Zuschauern mit einem 0:1 (0:1) gegen Jena. „Wir waren grundsätzlich nicht präzise genug in dem, was wir getan haben“, sagte Union-Trainerin Ailien Poese, „wir wussten, dass wir ein tiefen Block bespielen müssen. Doch wir haben den Gegner nicht so in Bewegung bringen können.“
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Den Hauptgrund dafür, dass die Köpenickerinnen sich insgesamt so schwergetan haben, fasste Verteidigerin Katja Orschman so zusammen: „Aus meiner Perspektive haben wir immer zu früh in die Tiefe gespielt. Ich finde, wir hätten noch mehr andribbeln können, noch mutiger die Kette bespielen müssen.“
Rückstand für Union Berlin kurz vor der Pause
In den entscheidenden Momenten gab es entweder den berühmten Pass zu viel, oder einen Abschluss, der keine Gefahr heraufbeschwor. Antonia Halverkamps versuchte es aus der Distanz, der Ball flog links am Tor vorbei (14.). Der Kopfball von Dina Orschmann, den Jenas Torhüterin Jasmin Janning noch an die Latte lenkte, wurde abgepfiffen (22.).

„Wir sind die dominierende Mannschaft, haben aber vergessen, aufs Tor zu schießen“, fasste Jennifer Zietz, Unions Geschäftsführerin Profifußball Frauen, die erste Halbzeit zusammen. Die Gastgeberinnen versuchten viel, blieben jedoch weit unter ihren Möglichkeiten.
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Die besseren Chancen hatten die Gäste bei ihren Kontern durch Noemi Gentile (16.) und Rieke Tietz (25.). Das 0:1 durch Toma Ihlenburg kam fast folgerichtig. Nach einer Ecke war Jenas Kapitänin zur Stelle. Unions Torhüterin Nadine Böhi griff beim Abwehrversuch daneben, wurde von Gwendolyn Mummert dabei leicht, aber wohl regelkonform behindert (45.+2).
Dina Orschmann trifft erneut nur die Latte
Durch die kalte Dusche Sekunden vor dem Halbzeitpfiff wurde das Geduldsspiel aus Halbzeit eins zum Nervenkrimi in Hälfte zwei. Die Riesenchance für Jena durch Gentile (54.) dürfte dabei als Weckruf gedient haben. Keine Frage, den Unionerinnen lief die Zeit davon.
Und die Berlinerinnen hatten Pech. Wieder war es die Latte, die einen wuchtigen Kopfball von Dina Orschmann stoppte (56.). Kurz darauf fasste sich Union-Kapitänin Lisa Heiseler aus 30 Metern ein Herz – Jenas Torhüterin Janning entschärfte den Schuss mit einer herrlichen Flugparade (58.).
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Am Ende half auch die Brechstange nicht. Union Berlin versuchte alles, doch Jena schaffte es immer wieder, in den entscheidenden Momenten dazwischenzugehen. Zudem blieben die Gäste bei ihren Kontern stets gefährlich. Dann kam Samantha Steuerwald. Und mit ihr die große Frage, warum der Ball nicht im Jenaer Tor zappelte (90.+5).




