Beim Testspiel des Fußball-Bundesligisten 1. FC Union Berlin gegen Drittliga-Aufsteiger 1. FC Schweinfurt 05 in Herzogenaurach ist es zu einem rassistischen Vorfall gekommen. Zuschauer berichteten, dass ein Fan einen Schweinfurter Spieler mit Rufen rassistisch beleidigt habe. Die Polizei-Leitstelle Mittelfranken machte zu dem Vorfall im Adi-Dassler-Stadion zunächst keine konkreten Angaben.

Ein Reporter der Zeitung „BZ“, der das Spiel beobachtete, erklärte, ein Union-Fan habe zunächst den dunkelhäutigen Spieler Michael Dellinger als „schwarze Sau“ beleidigt. Andere Union-Fans sollen dazu gelacht haben. Nach einem Elfmeterpfiff, der nach einem Foul an Schweinfurts Angreifer Uche Obiogumu gegeben wurde, soll der Fan mit Union-Trikot erneute „schwarze Sau“ geschrien haben. Der Schiedsrichter bekam von beiden Zwischenrufen offenbar nichts mit und ließ weiterspielen. Auch die Spieler beider Mannschaften reagierten demnach nicht auf die rassistischen Äußerungen. Wie das Blatt weiter berichtet, soll der Fan identifiziert und Strafanzeige gestellt worden sein.

Union-Präsident Dirk Zingler findet klare Worte

Union-Präsident Dirk Zingler hingegen fand bereits klare Worte: „Rassisten sind Idioten - auch wenn sie Union-Trikots tragen. Wer Menschen herabwürdigt, hat bei uns keinen Platz. Wer damit ein Problem hat, soll gehen. Union steht für Zusammenhalt, nicht für Hass.“

Das Spiel gewann Schweinfurt vor rund 300 Zuschauern mit 1:0 gegen die Berliner von Trainer Steffen Baumgart, Martin Thomann traf in der 81. Minute per Elfmeter für den Drittliga-Aufsteiger. Union hält sich noch bis Freitag in Franken im Trainingslager auf.

dpa/tok