„Erst mal ist es schön, wieder auf dem Platz zu stehen. Die Wochen, in denen man nur vom Büro aus dem Fenster schauen konnte, waren doch lang“, sagt Ailien Poese. Nicht nur bei der Cheftrainerin von Union Berlin, sondern auch bei den Spielerinnen des Bundesliga-Aufsteigers war zu erkennen: „Jede hat Bock.“ Und Poese liefert auch gleich die Begründung dafür: „Wir spielen jetzt gegen die Besten in Deutschland.“
Mit einer Übungseinheit über gut 60 Minuten starteten die Köpenickerinnen in die Vorbereitung auf ihre erste Erstliga-Saison. 24 Spielerinnen, darunter drei Torhüterinnen, präsentierten sich am Montagmittag rund 250 Fans in der Alten Försterei. Die EM-Fahrerinnen Tanja Pawollek, Hannah Eurlings und Nadine Böhi fehlten noch, sie werden Ende Juli zum Team stoßen.
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Mit Fatma Sakar, Anna Aheling, Leonie Köster, Ida Heikkinen und Antonia Halverkamp trainierte ein Quintett nach Verletzungspausen separat. Trainerin Poese hofft, „dass wir als Mannschaft gut zusammenwachsen, so wie wir es in den vergangenen Jahren auch immer geschafft haben.“ Sie setzt auf „neue Impulse von den neuen Spielerinnen, aber auch von den Neuen im Trainerteam“, wohl wissend, „dass wir unsere Spielgeschwindigkeit sukzessive erhöhen“ müssen.
Union Berlin will das Tempo erhöhen
Lisa Heiseler, Torschützenkönigen der vergangenen Zweitliga-Saison, sieht es ähnlich. „Wichtig ist, dass wir uns dem Tempo anpassen. Wir müssen noch ein paar Schippen draufpacken, weil wir wissen, dass uns in der Bundesliga physisch anderes erwartet als in der Zweiten Liga“, erklärt die Union-Kapitänin.
Auf die 27-Jährige, die seit zehn Jahren für Union spielt, wartet auch ganz persönlich ein Novum. „Ich habe noch nie in der Bundesliga gespielt, andere sind es vielleicht schon mehr gewohnt, ein bisschen mehr dagegenzuhalten als zum Beispiel in der Regionalliga“, sagt Heiseler. Ihr Engagement in den ersten Übungen – ob beim Passspiel, beim Torabschluss, beim Sechs gegen Zwei oder im Testspiel auf dem Kleinfeld – ist nicht zu übersehen.
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Überhaupt hinterlassen die Unionerinnen zum Auftakt einen guten Eindruck. Trotz der 64 Tage Pause zwischen der Aufstiegsfeier in der Alten Försterei und der ersten Übungseinheit als Bundesligist waren die „Eisernen Ladies“ natürlich nicht untätig. Bereits während der Sommerpause hatte jede Spielerin individuelle Trainingspläne zu absolvieren. Das ist ihnen anzumerken. Auch Leistungs- und Diagnostiktests wurden bereits durchgeführt.
Die EM in der Schweiz soll einen Schub geben
Ein nicht unwesentlicher Faktor ist dabei die neue Qualität im Trainerteam. Mit Sabrina Eckhoff hat Poese nun eine Co-Trainerin an ihrer Seite, die mit dem VfL Wolfsburg Meisterschaften und Pokalsiege feiern konnte. Diese Erfahrung soll jetzt den Union-Frauen zugutekommen.
„Natürlich bringt sie aus ihren letzten Jahren in Wolfsburg viel mit“, sagt Poese, „Marie-Louise Eta hat aber auch viel mitgebracht.“ Eta verantwortet ab dieser Spielzeit Unions A-Junioren. „Wichtig ist für mich, dass jeder seine Qualitäten hat und in seinem Aufgabengebiet Experte ist“, verdeutlicht Poese, auch wenn es „mit so vielen Neuen an der einen oder andere Stelle sicher noch mal ruckeln wird“.
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Bei Union erhofft man sich durch den Aufstieg, aber auch durch die Europameisterschaft in der Schweiz einen Schub für den Frauenfußball im Allgemeinen und für den eigenen Weg im Speziellen. Dabei sollen die Leistungen des deutschen Teams vor allem im Viertelfinalkrimi gegen Frankreich als Vorlage dienen.
Nach dem Trainingslager wartet Real Madrid auf Union Berlin
„Von der Mentalität und dem Kampfgeist her können wir uns eine Scheibe abschneiden. Denn das wird uns auch erwarten“, ist sich Heiseler sicher. Ihre Trainerin kam aus dem Schwärmen fast nicht mehr heraus: „Wir haben vor allem in Sachen Mentalität eine überragende Reaktion gezeigt. Die Leistung zu zehnt war sagenhaft. Jeder, der Leistungssport macht, weiß, was so ein Spiel einem gibt. Ich sehe alles offen im Halbfinale am Mittwoch gegen Spanien.“
Bis Anfang September hat Poese Zeit, ein Team zu formen, das nicht nur um den Klassenerhalt spielen soll, „sondern eine gute Rolle in der Liga“. Am 2. August wartet das erste Testspiel bei Pogon Stettin, im Anschluss folgen das Trainingslager in Klosterpforte (5. bis 10. August) sowie der Testspielkracher gegen Real Madrid (17. August). Ein weiteres Testspiel gegen einen internationalen Gegner soll in den kommenden Tagen noch bekanntgegeben werden.
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Den Bundesliga-Auftakt macht das Duell gegen Mitaufsteiger 1. FC Nürnberg (6./7. September) in der Alten Försterei. „Schön, dass wir mit einem Heimspiel starten, denn hier im Stadion zu spielen, ist immer noch etwas Besonderes.“





