Die meisten Bundesbürger wissen nicht, wie viel Geld ihnen im Alter zur Verfügung stehen wird. Dabei ist vielen bewusst, dass die gesetzliche Rente nicht ausreicht. Hier einige Vorsorge-Tipps:

Wie kann ich die Größe meiner
Rentenlücke ermitteln?

Zum Beispiel mit dem Rechner der Stiftung Warentest (www.test.de/rentenluecke). Wer seinen gewohnten Standard im Alter halten will, braucht etwa 80 Prozent des letzten Nettogehalts.

Wer kann mich beraten?

Wer gesetzlich rentenversichert ist, kann sich kostenfrei bei der Deutschen Rentenversicherung beraten lassen. Dort können Termine vereinbart werden, um zu klären, wie groß die Versorgungslücke sein wird. Auch vorhandene Altersvorsorge-Verträge können mit den Beratern durchgeschaut werden. Konkrete Empfehlungen geben diese nicht, sie informieren nur über die Möglichkeiten.

Wer informiert über konkrete
Altersvorsorgeprodukte?

Eine unabhängige Beratung bieten Honorarberater, die direkt vom Kunden bezahlt werden. Auch Versicherungsmakler bieten eine anbieterunabhängige Beratung, sie verdienen an der Provision, die vom Anbieter des verkauften Produkts gezahlt wird. Versicherungsvertreter sind an Anbieter gebunden. Auch Bankberater informieren, verkaufen aber oft hauseigene Produkte.

Welche Möglichkeiten der
Altersvorsorge gibt es?

Private Rentenversicherung: Wer in eine private Rentenversicherung einzahlt, bekommt im Alter eine vertraglich zugesicherte Mindestrente ausgezahlt. Der nicht garantierte Teil, die Gewinnrente, kann vom Versicherer je nach Geschäftserfolg gekürzt werden. Diese Art der Vorsorge hat allerdings an Attraktivität verloren: Bei Verträgen, die seit Januar 2015 abgeschlossen werden, beträgt der Garantiezins für alle Kapitallebens- und privaten Rentenversicherungen ohne Fonds nur noch 1,25 Prozent.

Betriebliche Altersvorsorge: Jeder Arbeitnehmer hat seit 2002 einen gesetzlichen Anspruch auf betriebliche Altersversorgung durch Entgeltumwandlung.

Riestern: Bei dieser Form der staatlich geförderten privaten Vorsorge bekommen Sparer eine Grundzulage von 154 Euro sowie Zulagen für Kinder. In ganzer Höhe gibt es die Zulagen aber nur, wenn die Riester-Sparer vier Prozent ihres rentenversicherungspflichtigen Vorjahres-Bruttoeinkommens ansparen. Die einzelnen Riester-Produkte sind für unterschiedliche Altersgruppen und Spartypen geeignet.

Wohneigentum: Dank historisch niedriger Zinsen sind Kredite fürs Eigenheim derzeit günstig, gleichzeitig sind die Immobilienpreise gerade in Großstädten zuletzt aber stark gestiegen.

Fonds- oder Banksparpläne: Sie sind oft kostengünstiger als eine Versicherung, garantieren allerdings keine lebenslange Rente. Wird im Alter regelmäßig Geld aus dem Guthaben entnommen, ist es irgendwann verbraucht.

AFP