Zainab, Rayan & Cinderella: Wurde bei der Uhr echtes Gold verwendet ?

Martin Germer: Ja, die Uhrzeiger bestehen aus Stahl und sind mit hauchdünnem Blattgold überzogen, das dauerhaft hält.

Was hat die Turmsanierung gekostet ?

Die Turmsanierung ist noch nicht beendet und wird voraussichtlich 4,2 Millionen Euro kosten. Bisher wurden schon mehr als drei Millionen Euro ausgegeben. Aufgrund der Höhe der Summe mussten sich nicht nur die Länder der Bundesrepublik Deutschland und die Lottostiftung, sondern auch das Land Berlin beteiligen, um einen ersten großen Teil finanzieren zu können, weshalb auch die Bevölkerung zum Spenden aufgerufen wurde.

Wie lange dauert die Sanierung bzw. wird sie noch dauern?

Begonnen hat die Sanierung im Herbst 2010 mit dem Außengerüst. Die Aufstellung des Außengerüstes, das einem Hochhaus ähnelt, dauerte ein halbes Jahr. 2011 untersuchten Ingenieure dann ein weiteres halbes Jahr die Kirche. Die Bauarbeiten begannen 2012 und die Sanierung dauert noch vermutlich bis 2014.

Wann hat man gemerkt, dass Schäden überhaupt entstanden sind ?

2007 entdeckte ein Architekt unzählige Schäden an der Außenfassade, weshalb die gesamte Turmruine saniert werden musste. Hätte man die Schäden erst später entdeckt, hätte die Turmsanierung weitaus teurer werden können und es hätte auch für vorbeilaufende Fußgänger durch evtl. herabfallende Gesteinsbrocken gefährlich werden können.

Woher kamen die Spenden für die Turmsanierung ?

Es haben viele Menschen gespendet, fünf, zehn oder auch 50 Euro bei zahlreichen Gelegenheiten. Ein Herzchirurg aus Japan schickte einen Brief mit 10.000 Euro nach Berlin. Der German American Club aus Los Angeles spendete für die Kirche 5.000 Euro. Die Lotto-Stiftung spendete eine Million Euro. Ein alter Herr aus London, der Soldat im Zweiten Weltkrieg war und Luftangriffe über Berlin geflogen hat, war sich nicht mehr sicher, ob er eventuell zu denen gehörte, die auch die Gedächtniskirche bombardiert haben, deshalb wollte er als eine Wiedergutmachung auch Geld geben und spendete 500 britische Pfund. Auch die Morgenpost hat im Laufe der vergangenen Jahre immer wieder Spendenaufrufe veröffentlicht und dadurch maßgeblich die Turmsanierung unterstützt.

Hat man kurzfristig mal überlegt, den Turm ganz abzureißen?

Ja, vor ca. 55 Jahren war schon einmal die Überlegung den Turm ganz abzureißen, weil es die Planung gab, eine neue Kirche anzubauen. In der neuen Kirche sollte es 1500 Sitzplätze geben, anstatt 1000 Sitzplätze. Die Mehrheit der Bevölkerung und Gemeindemitglieder war dagegen, weil sie der Meinung war, dass die Turmruine ein wichtiger Zeitzeuge des Zweiten Weltkrieges sei. Deswegen wurde die Turmruine nur mit den modernen Kirchengebäuden aus blau leuchten Steinquadern umbaut anstatt abgerissen. Auch hier war die Berliner Morgenpost eine sehr große Unterstützung. Sie ist mit dafür verantwortlich, dass heute noch die Turmruine der alten Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche am Breitscheidplatz steht.

Zainab, Rayan, Cinderella, Kl. 8d, Georg-von-Giesche-Sekundarschule, Schöneberg