Das Buch „Ich war ein Glückskind - Mein Weg aus Nazideutschland mit dem Kindertransport“ von Marion Charles erzählt von einem jüdischen Mädchen, das 1938, also kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, mit dem Kindertransport nach England kommt. Die Handlung spielt zunächst in Berlin, wo die damals elfjährige Marion lebt. Als sie nach England flieht, hat sie viele Schwierigkeiten: ein neues Land und eine neue Sprache, die sie kaum beherrscht, und die Eltern und Freunde sind in Berlin geblieben. Außerdem sind die wechselnden Gastfamilien nicht immer nett zu ihr.

Zentral ist die Sehnsucht nach den Eltern, wie die Briefe zeigen, die Marion nach Hause schickt. Die Ungewissheit über die Situation ihrer Familie in Deutschland, insbesondere nach Kriegsausbruch, beschäftigen das Mädchen sehr. Auch ist es schwer für sie, mit dem Leben in Gastfamilien zurecht zu kommen, die ihr kaum Wärme entgegenbringen.

Das Buch mit vielen Zitaten aus den Originalbriefen und Tagebüchern von Marion Charles schafft es, dass sich der Leser sehr gut in die Situation des Mädchens hineinversetzen und ihre Gefühle nachvollziehen kann.

Für mich ist das Buch einen Kauf wirklich wert. Es ist sehr emotional. Und genau das macht ein gutes Buch für mich aus: Es fesselt mich und versetzt mich in eine andere Welt. („Ich war ein Glückskind“, 221 Seiten, Fotos, 9,99 Euro, cbj)