Wie gut schmeckt das Essen an der Schule? Das ist ein viel diskutiertes Thema. Vor Kurzem haben wir dazu rund um unsere Schule in Lichtenberg rund 70 Passanten interviewt. Dabei kam heraus, was die meisten mittags am liebsten essen. Außerdem haben wir uns in der Küche der GVL Gastronomische Versorgungsleistung GmbH umgesehen, die in Berlin und Brandenburg über 100 Schulen beliefert.

Nudelgerichte waren früher in der Schule das absolute Lieblingsessen der Erwachsenen, wie wir bei unserer Umfrage herausgefunden haben. In schlechter Erinnerung sind vielen immer noch Eintöpfe, Lungenhaschee und Blutwurst ...

Heute essen nach dem Ende der Hortzeit mittags immer weniger ältere Schüler in der Grundschule, zeigt unsere Erfahrung. Deshalb wollten wir von den Befragten wissen, warum das so ist. "Das Schulessen ist vielleicht zu teuer", vermuteten 17 Passanten. Sechs Befragte waren sich sicher: "Es wird einfach Fastfood bevorzugt." Die häufigste Antwort war jedoch diese: "Wenn man selber kocht, schmeckt es besser!" Doch ist das wirklich so? Dieser Behauptung wollten wir mal genau auf den Grund gehen und haben deshalb die Firma GVL besucht, deren Mitarbeiter auch unser Schulessen kochen. Natürlich mussten auch wir uns an die strengen Hygienevorschriften halten und deshalb hieß es zunächst einmal: Verkleiden! Wir haben eine Haube auf den Kopf gesetzt, damit keine Haare in die Küche gelangen. Danach legte jeder eine Schürze um und zog Überschuhe an, damit der Boden sauber bleibt. Nachdem wir unsere Hände wie im Krankenhaus desinfiziert hatten, konnte die Tour durch die Großküche beginnen - das Essen für die Schulen war an diesem Tag bereits fertig und ausgeliefert.

Wir erfuhren, dass in solch einer Küche täglich 3500 Portionen zubereitet werden. In jedem Monat werden etwa 100 verschiedene Gerichte gekocht. Dabei gibt es kein spezielles Kochbuch für Großküchen. Ein neues Gericht wird erst einmal für rund zehn Personen probegekocht. Wenn es lecker schmeckt, werden die benötigten Zutaten anschließend ausgerechnet.

Chefkoch Mike Cziborr wusste genau, was heutzutage das absolute Lieblingsessen der Schüler ist: Nudeln mit Käse- oder Broccolisauce werden am häufigsten bestellt. Nach dem Rundgang durften wir unsere eigene Pizza nach Wunsch mit Kochschinken, Paprika, Ananas, Tomaten und Käse belegen. Während unsere Pizzen im Ofen waren, konnten wir ein Interview mit dem Chefkoch und dem GVL-Geschäftsführer Ingo Brings führen. Dabei erfuhren wir, dass der größte Kessel 300 Liter fasst und so groß wie eine Badewanne ist! Um für 300 Kinder Spaghetti mit Tomatensauce zu kochen, brauchen die Köche zwei Stunden. Und wenn genauso viele Kinder Grießbrei bestellt haben, werden dafür 130 Liter Milch benötigt! Insgesamt werden in einer Großküche täglich 1,5 Tonnen Lebensmittel verarbeitet - das entspricht ungefähr dem Gewicht eines Kombi-Autos!

Mike Cziborr hat uns auch mit einem Experiment gezeigt, warum es keine Pommes frites in der Schulspeisung geben kann. Dazu hat er für uns Pommes zubereitet und in eine Thermobox gefüllt, die für den Transport des Schulessens verwendet wird. Als wir dann die so aufbewahrten Pommes anfassten, mussten wir feststellen, dass sie durch die Thermobox total labberig und weich geworden waren. Solche Pommes will wirklich keiner essen!

Was ist euer Lieblingsrezept? Sendet es doch einfach an eure Großküche! Die Schulköche freuen sich sicher auf neue Rezeptideen! Mit etwas Glück steht Euer Lieblingsessen demnächst vielleicht auch auf dem Speiseplan.

Kl. 5b , Sonnenuhr-Schule, Lichtenberg