Neuer Lebensabschnitt

Tipps für den Schulwechsel

Im September wird es ernst. Für knapp 22.000 Berliner Sechstklässler beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Sie wechseln von der Grund- auf die Oberschule. Dazu kommen um die 2000 Schüler, die bereits nach der vierten Klasse auf ein grundständiges Gymnasium gehen werden. Besonders Schulneulinge müssen mit vielen Problemen kämpfen.

Foto: aw_gr / dpa

Übrigens: Im Herbst 2007 wechselte knapp die Hälfte aller Sechstklässer aufs Gymnasium, gefolgt von Gesamtschule, Realschule und Hauptschule.

Besonders Schulneulinge müssen mit vielen Problemen kämpfen, die ältere Schüler längst hinter sich haben. Sie müssen neue Freunde finden und sich an fremde Lehrer und Fächer gewöhnen. "Die Schüler gehören plötzlich nicht mehr zu den Großen, sondern zu den Kleinen", erklärt Psychologe Klaus Seifried. Besonders vor den höheren Anforderungen haben viele Schüler Angst. Das muss aber nicht sein. "Wenn ein Schüler schon in der Grundschule selbstständig lernt und Hausaufgaben macht, ist der Schulwechsel leichter", so der Experte.

Panik hilft nicht

Das Probehalbjahr in der Oberschule sollen die Schüler ernst nehmen. Anfänglich schlechtere Noten sind aber normal und Panik hilft nicht. Besser sind Gespräche mit dem Klassenlehrer, den Eltern oder den Mitschülern. In vielen Schulen helfen den Neuankömmlingen Tutoren oder "Buddies" bei der Orientierung. Durch den prall gefüllten Stundenplan verändert sich auch der Tagesrhythmus. "Vielen Schülern hilft ein Wochenplan, in dem sie Termine für Klassenarbeiten, Lernzeiten und Freizeit eingetragen", sagt Heidemarie Arnhold vom Arbeitskreis Neue Erziehung e.V.. So scheint die Schularbeit nicht wie ein unüberwindbarer Berg. Sollte man trotzdem einmal nicht mehr weiter wissen, dann hat der Kindernotdienst unter der Telefonnummer (030) 610061 ein offenes Ohr für jeden Kummer.

Wie fühlen sich Sechstklässler, die sich nach den Ferien in einer neuen Schule einleben müssen? Sie haben gemischte Gefühle, wie Schüler der Janusz-Korczak-Grundschule in Buckow schreiben:

Alexandra: Ich werde auf jeden Fall sehr traurig sein, wenn wir die Schule wechseln, und ich werde alle vermissen. Nicht nur die Mädchen, sondern auch die Jungen! Alle sind mir sehr ans Herz gewachsen und ich bin mir sicher, dass ich so eine tolle Klasse nie wieder haben werde. Trotzdem freue ich mich auch auf die neue Schule: neue Freunde, neue Lehrer, neuer Klassenraum. Andererseits habe ich totale Angst: Was ist, wenn ich total unbeliebt werde? Das kann ich noch nicht beantworten. Der letzte Tag auf der Grundschule wird sehr hart für uns alle. Dennoch werde ich versuchen, Kontakt zu halten, weil ich auch meine besten Freunde verliere. Ich versuche, noch nicht so oft daran zu denken..."

Saskia: Der Wechsel auf die Oberschule wird mir einerseits schwer fallen und auf der anderen Seite freue ich mich auf die neue Schule, weil ein paar Freunde von mir auch dahin gehen. Ich werde meine alte Klasse sehr vermissen, aber ich freue mich schon auf die Abschlussfeier. Wir gehen in den Filmpark Babelsberg und danach grillen wir in der Schule. Zum Abschluss gucken wir uns mit den Eltern Klassenfahrt-Fotos an. Jeder sagt dann einen kleinen Text dazu. Ich bin aber auch schon sehr gespannt auf meine neue Klasse, denn die "Einschulung" ist bereits vor den Ferien."

Stephanie: Ich freue mich schon auf die siebte Klasse, aber ich werde meine alte Klasse vermissen. Wenn wir die Abschlussfeier machen, werde ich sehr traurig sein. Man muss die Kinder, die man schon seit sechs Jahren kennt, zurücklassen. Andererseits freut man sich schon auf die neue Klasse - man will wissen, wie die ticken und man will die Lehrer kennen lernen. Ich habe Angst, dass ich ein Außenseiter werde, aber glücklicherweise kommen Kinder aus meiner jetzigen Klasse mit mir auf die neue Schule. Ich glaube, es wird klasse!"

Mergim: Der Wechsel ist schwierig, weil einfach alles anders ist, neue Schule, neue Klasse usw. Neue Freunde zu finden, geht bestimmt sehr schnell, denn an der Oberschule fangen alle neu an. Die meisten Schüler haben dort noch keine Freunde. Es kommen neue Fächer auf uns zu. Und es ist schwer, neue Lehrer zu haben, weil man nie weiß, ob man eine nette oder eine strenge Lehrerin hat. In der Oberschule werden alle Schüler mehr Unterricht haben."

Matteo: Ich finde den Übergang zur Oberschule cool, weil ich mit meinem Freund Nico auf die Hans-Grade-Oberschule gehen. Schlecht ist allerdings, dass man erst einmal neue Freunde suchen muss. Die neue Schule finde ich gut, weil sie sehr groß ist und einen großen Fußballplatz hat. Und eine coole Cafeteria. Die Schule hat auch ganz viele Arbeitsgemeinschaften, z. B. Fußball, Hockey usw. Ich kenne schon zwei Schüler, die auf diese Schule gehen und ich freue mich auf den ersten Schultag."