Geduldig warten sie ab, bist die zwei Vorbands durch sind. Manchen ist inzwischen schon richtig kalt. Doch als die vier Indie-Rocker aus Brighton dann endlich auf die Bühne treten und Luke Pritchard, der Gitarrist und Frontmann, seine Gitarre in die Hand nimmt, ist an Kälte nicht mehr zu denken. Wohin man sieht - überall strahlende Gesichter. Freunde liegen sich in den Armen, die Kleineren schreien vor Freude und auch meine Freundin Laura kann ihre Glückstränen nicht mehr zurückhalten. Jugendliche sind aus ganz Deutschland angereist, um ein tolles The Kooks-Konzert zu erleben. Man spürt förmlich den Schlag der Sticks, die Schlagzeuger Paul Garred gegeneinander haut und dabei sagt: „one, two, three, four“. Da nimmt Luke das Mikrofon in die Hand und beginnt: “She don't know who she is, oh I can take her…“ Der Boden fängt an zu vibrieren. Mir läuft es kalt den Rücken herunter. Meine Freundin beugt sich zu mir, weil man schon sein eigenes Wort nicht mehr verstehen kann und schreit: „Am liebsten würde ich jetzt die Bühne stürmen und zusammen mit Luke das Konzert rocken!“

Das Publikum tobt und wirklich alle singen lautstark und so gut sie können mit. Leiser wird es dann erst, als erstmals ein Lied des bald erscheinenden Albums präsentiert wird. Als The Kooks von der Bühne verschwinden, schweifen fragende Blicke durch die Menge, ein lautes Raunen entsteht. Die Rufe für Zugabe werden immer lauter. Plötzlich spricht mich ein Mädchen an, auf Englisch: „What does it mean? – More, more?“ Ich nicke, und dann schreit auch sie „Zugaaaaabe“. Plötzlich wird die Bühne mit Scheinwerfern beleuchtet und die Vier stehen wieder auf ihren Plätzen. Sie spielen noch einige Songs. In einem letzten Lied gibt Luke nochmals alles und stellt sich auf die Absperrung, sodass manche Fans ihn nicht nur live erleben, sondern ihn sogar anfassen können! Mit einem lauten „THANK YOU, BERLIN“ verabschiedet sich die Band. Nun heißt es warten, bis die Vier wieder auf Tour gehen.