Onlinebuchung

Die miesen Tricks dubioser Ferienhaus-Vermieter

Viele Urlauber lassen bei der Buchung eines Domizils im Internet wichtige Vorsichtsmaßnahmen außer Acht und gehen so Betrügern auf den Leim. Wir geben Tipps, wie man sich schützt.

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Internet-Nutzerin "Nanny“ macht sich im Mallorca-Forum Luft: "Wir wurden übers Ohr gehauen, 300 Euro Anzahlung sind futsch.“ Und "Nervy“ berichtet auf Gutefrage.net über seine ins Wasser gefallenen Ferienhaus-Ferien in der Schweiz. Sein Fazit: "Wir haben hinterher in Deutschland Anzeige erstattet.“

Wie diesen verhinderten Ferienhaus-Gästen geht es jedes Jahr zahlreichen Urlaubern, die im Internet ein Domizil buchen, dabei aber wichtige Vorsichtsmaßnahmen außer Acht lassen und deshalb Betrügern auf den Leim gehen, die Ferienhäuser vermieten, die es gar nicht gibt.

Verbraucherschützer raten Ferienhaus-Interessenten unisono, hellhörig zu werden, sobald ein vermeintlicher Vermieter auf schneller Bezahlung besteht, dabei aber nicht einmal ein Konto angeben, sondern das Geld per Cash-Transfer, zum Beispiel via Western Union , erhalten will.

Und spätestens wenn der angebliche Ferienhausverleiher nicht nur eine Anzahlung fordert, sondern gleich den gesamten Mietbetrag, sollten alle Alarmglocken schrillen. Man sollte sich auch nicht von einem Rabatt blenden lassen, der bei sofortiger Zahlung der Gesamtmiete angeboten wird. Besser zahlt man nur einen Teil an, üblich sind zwischen zehn und höchstens 30 Prozent der Gesamtmiete.

Am sichersten ist es, den Betrag auf ein Konto zu überweisen, wobei die Bankverbindung auf den Namen des Anbieters lauten und in dem Land geführt werden sollte, in dem er seinen Sitz hat. Es empfiehlt sich eine Bezahlung per Lastschrift, dann kann man im Notfall eine Rücklastschrift in die Wege leiten.

Zu günstige Preise sind verdächtig

Stutzig sollten Interessenten auch werden, wenn die Konditionen allzu gut sind. Das Portal Ferienwohnung-netz.de warnt ausdrücklich vor "Top-Immobilien in erstklassigen Lagen zu einem Mietpreis, der oft deutlich unter dem der umliegenden Ferienobjekte liegt“.

Vorsicht ist auch geboten, wenn Kontaktdaten fehlen. Das betrifft sowohl Anschrift und Telefonnummer des Anbieters als auch die genaue Adresse der Ferienimmobilie. Sind sie unvollständig oder nicht vorhanden, könnte das ein Hinweis auf einen Betrüger sein.

Achten sollte man auch auf die Mail-Adresse – stammt die von einem Gratis-Provider, ist Misstrauen angebracht. Ohnehin ist eine Mail-Adresse als einziger Kontakt nicht ausreichend, besser ist eine seriöse Homepage, auf der alle relevanten Informationen zu finden sind einschließlich einer Festnetz-Telefonnummer.

Prüfen sollte man auch, ob es das Wunschdomizil wirklich gibt – dazu einfach die angegebene Adresse über Google Maps (Satellitenansicht) checken. Ist kein Haus zu sehen, gibt es auch kein Haus. Doch selbst das ist noch keine Garantie: Es gibt immer wieder Reisende, die erst vor Ort feststellen, dass die angemietete Ferienwohnung seit Jahren fest belegt oder der Bungalow in Strandnähe längst verkauft ist.

Auch Fotos auf der Website schützen nicht, denn nicht selten kopieren Betrüger Bilder und Beschreibung von existierenden Häusern und versenden sie per Mail. "Unseriöse Anbieter werden immer dreister“, bestätigt denn auch Christina Olboeter-Zorn vom Verband Deutscher Ferienhausagenturen (VDFA). Im Verdachtsfall kann man auch über die örtliche Tourismus-Organisation versuchen zu klären, ob es das Objekt überhaupt gibt.

Ein weiteres Indiz für ein Problem-Ferienhaus kann die Tatsache sein, dass es auf sogenannten Informationsplattformen angeboten wird, die nur Anbieter und Mieter zusammenbringen, die aber keine Garantie für die Richtigkeit der Informationen übernehmen, warnt das Institut für Tourismuswirtschaft der Hochschule Luzern .

Reiseveranstalter bieten Sicherheit

Sicherer – aber oft auch teurer – ist deshalb eine Buchung über einen Reiseveranstalter oder einen lizenzierten Ferienhausvermittler. Als vertrauenswürdig gelten zum Beispiel Seiten mit einem Zertifikat etwa vom TÜV oder mit einem Siegel vom VDFA.

Keinesfalls sollten sich misstrauisch gewordene Urlauber unter Druck setzen lassen, etwa wenn ein ertapptes schwarzes Schaf droht: "Ich klage das Geld ein, inklusive Inkassokosten, Rechtsanwalt, Gerichtsgebühren und einer Strafanzeige wegen Betrug.“

Und wer auf einen Ferienhaus-Betrüger hereingefallen ist, sollte nicht nur alle Hebel in Bewegung setzen, um seine Zahlungen zu stoppen oder das Geld zurückzuholen (etwa bei Lastschriften), sondern auch Anzeige erstatten, in Deutschland und bei der Polizei vor Ort.

Weitere Informationen bietet der Verband Deutscher Ferienhausagenturen, Tel. 02241/8467808, www.vdfa.de