Das Auswärtige Amt rät derzeit dringend von Reisen in die Region Macenta in Guinea ab. Grund dafür ist die Ausbreitung des Ebola-Virus. Bislang wurden von dort 60 Todesopfer gemeldet, teilt das Amt mit. Auch in der Hauptstadt Conakry seien bereits Menschen am Ebola-Virus erkrankt. Da eine Ausbreitung der Epidemie nicht auszuschließen sei, gilt der Reisehinweis des Auswärtigen Amtes auch für die Grenzgebiete zu Liberia und Sierra Leone.

Die Gesellschaft für Virologie (GfV) und das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) schätzen das Risiko für Reisende in diesen Gebieten als gering ein. Allerdings sollten sie den engen Kontakt zu Tieren und erkrankten Menschen strikt meiden. Außerdem sollten sie ausschließlich in Hotels übernachten und auf den Genuss von Wildtierfleisch verzichten, teilen GfV und DZIF in einer gemeinsamen Stellungnahme mit. Das Ebola-Virus werde nicht durch die Luft übertragen, sondern durch den Kontakt mit den Körperflüssigkeiten infizierter Personen oder Tiere.

Seuche greift auf das Nachbarland Liberia über

Inzwischen hat die Seuche offenbar auch auf das Nachbarland Liberia übergegriffen. Insgesamt gebe es derzeit acht Verdachtsfälle, teilte das Gesundheitsministerium in der Hauptstadt Monrovia am Dienstag mit. Fünf der Patienten seien bereits gestorben. Bisher seien nur Orte direkt an der Grenze zu Guinea betroffen, zitierte die Zeitung „Front Page Africa“ die oberste Gesundheitsbeamtin Liberias, Bernice Dahn.

Auch bei einem Mann in Kanada, der kürzlich in Westafrika war, bestand der Verdacht einer Ebola-Infektion, der sich allerdings nicht bestätigte. Die Laborergebnisse fielen negativ aus. Ebola ist eine der weltweit gefährlichsten Krankheiten. Sie ist hochansteckend und endet meistens tödlich.

dpa/alu