Hotel-Ärger

Jeder fünfte Deutsche lässt Frust am Personal ab

Laut einer Umfrage haben sich drei Viertel aller Deutschen schon einmal über ihre Unterkunft im Urlaub beklagt. Wie sie das tun, ist ganz unterschiedlich.

Verschmutztes Bad, ungenießbares Essen, von Briten belagerte Sonnenliegen, leerer Pool – die Mängelliste deutscher Urlauber ist lang. Das bestätigt auch eine aktuelle Umfrage, wonach sich mehr als drei Viertel aller Deutschen (75,8 Prozent) schon einmal über ihr Urlaubshotel beklagt haben.

Auf die Frage "Wie beschweren Sie sich, wenn Ihnen das Preis-Leistungs-Verhältnis Ihres Hotels nicht gefallen hat?“ antworteten 35,97 Prozent, sie würden ihre Kritik im Internet äußern, weitere 5,21 Prozent verewigen sich im Gästebuch des Hauses. 22,18 Prozent der Befragten lassen ihren Frust am Personal ab, und 7,22 Prozent nerven Bekannte mit den Schimpfkanonaden, was für die eigene Gesundheit aber sicher zuträglicher ist, als den Ärger "in sich rein zu fressen“ und auf eine Beschwerde zu verzichten. Und das macht immerhin jeder fünfte Urlauber (24,20 Prozent).

Schließlich gibt es noch eine sechste Gruppe, die sich beim Management beschwert, um nachträglich den Preis zu korrigieren. Dass sie mit 5,21 Prozent sehr klein ausfällt, ist das eigentlich Überraschende an der Erhebung. "Nur Deutsche zahlen den vollen Preis und meckern im Anschluss über die Preise“, sagt Frank Mansfeld, Geschäftsführer von DealMyHotel.com , und weiß auch eine Lösung: "Diese Meckerei will doch keiner – besser ein gehobenes Hotel buchen und den Preis vorab optimieren oder Leistungen dazu aushandeln“.

Das Internetportal DealMyHotel.com hatte die Umfrage in Auftrag gegeben – und das freilich nicht ganz uneigennützig, bietet es doch Reisenden eben jene von Mansfeld angesprochene Option, nämlich mit Hotels auf den Balearen vorab über den Zimmerpreis zu verhandeln. Bisher haben das der Umfrage zufolge allerdings nur 2,35 Prozent der deutschen Urlauber gemacht; 97,55 Prozent verneinten die Frage "Haben Sie schon einmal Hotelpreise vor der Reise verhandelt?“

Dennoch sagen all die Zahlenspielereien nichts darüber aus, was aus finanzieller Sicht schlauer ist: vorab verhandeln oder sich hinterher beklagen. So ging es bei der Erhebung nur um das Verhalten der Deutschen am Urlaubsort. Wie viele der Reisenden hingegen nach ihrer Rückkehr in Deutschland einen geharnischten Brief an den Veranstalter schreiben oder gleich Klage vor Gericht einlegen und damit Erfolg haben, wurde nicht erfasst.