Hotelzimmer

Die letzten Geheimnisse der Minibar

Ob als erste Erfrischung bei der Ankunft im Hotel oder als Snack zum gemütlichen DVD-Abend im Domizil auf Zeit – die Minibar ist manches Mal ein Retter in der Not. Welchen Minibar-Versuchungen können deutsche Urlauber nicht widerstehen? Wie viel Geld ist europäischen Gästen der Spaß wert?

Natürlich kann eine Minibar das exquisite Angebot einer richtigen Bar nicht ersetzen. Mal von der Atmosphäre, der Musik oder der Inspiration zu einem ungewöhnlichen Drink seitens des Barkeepers abgesehen. Aber der kleine Kühlschrank ist hier und da dennoch eine Wundertüte und löscht den ersten Durst, die Lust auf einen kleinen Snack und macht den Gang nochmal raus entbehrlich.

Vor allem weibliche Reisende, die geschäftlich unterwegs sind, wissen die Minibar als "heimische" Quelle der Erfrischung zu schätzen – wenn sie eben keine Lust darauf haben, alleine an die Hotelbar zu gehen und Gefahr zu laufen, von männlichen Bargästen ein Gespräch aufgedrückt zu bekommen. Gründe, sich an der – nicht immer sehr preisgünstigen und viel zu selten kostenlosen – Minibar zu laben, sind vielfältig. Das deutsche Urlauberherz jedenfalls schlägt höher, wenn es in der Minibar Wasser, Bier und Nüsse findet. Das belegt eine europaweite Onlineumfrage des führenden Hotelbuchungsportals Hotels.com unter seinen Nutzern.

Demzufolge kann knapp die Hälfte der Reisenden aus Deutschland zu den Verlockungen aus der Minibar nicht nein sagen und labt sich für durchschnittlich 16,40 Euro pro Person und Woche an den bereitgestellten Erfrischungen.

Im Vergleich zu anderen Reisenden aus Europa, sind die Deutschen auch im Urlaub kontrolliert. Ganz anders die Iren, die sich das spritzige Vergnügen auf dem Zimmer gern etwas kosten lassen. Mit einem Wochenbudget von 24,74 Euro pro Person liegen sie an der Spitze der Hotelgäste Europas, gefolgt von den Schweden (18,40 Euro), Briten (17,50 Euro), Dänen (16,30 Euro) und Spaniern (16,10 Euro). Reisende aus Frankreich geben deutlich weniger für den Snack zwischendurch aus, mit durchschnittlich 13,50 Euro pro Person und Woche. Schlusslicht sind die Norweger, die mit 11,30 Euro weniger als die Hälfte der irischen "Big Spender" zahlen.

Obwohl 71 Prozent der deutschen Urlauber die Minibar eigentlich zu teuer ist, können 48 Prozent dem verlockenden Charme von Nüssen, Chips und Co. nicht widerstehen.

Um dennoch nicht das ganze Urlaubsbudget für nächtliche Genüsse auszugeben, lässt sich der Reisende aus Deutschland gern etwas einfallen. 16 Prozent der Befragten gaben an, schon mindestens einmal benutzte Produkte aus der Minibar durch günstig nachgekaufte ersetzt zu haben.

Jeder zweite gesteht, die Minibar möglichst zu meiden und kauft seine Getränke und Snacks lieber außerhalb des Hotels, während 18 Prozent mit dem Angebot der Minibar nicht zufrieden sind und in dieser nie das finden, was sie möchten.

Wunderbar, dass Männer und Frauen andere Vorlieben haben. Zumindest wenn diese sich eine Minibar teilen. Beim Gros der männlichen Befragten (55 Prozent) dominiert auch im Hotelzimmer die Lust auf blond, und zwar in Form eines kühlen Bieres aus der Minibar. Erst danach greifen sie zur Wasserflasche (36 Prozent), der bei Frauen beliebtesten Erfrischung (42 Prozent).

Während bei den Männern auch der an Platz drei der beliebtesten Minibar-Artikel gewählte Wein flüssig ist, zeigen die weiblichen Mitreisenden Gefallen an süßen und salzigen Snacks. Bei 32 Prozent der Urlauberinnen hat der innere Schweinehund keine Chance gegen eine Packung Nüsse oder einen Schokoriegel (30 Prozent).