Kampagne

Barcelona will Bikinis aus der Stadt verbannen

Im Urlaub lassen sich viele gern gehen – auch was die Kleidung anbelangt. Da werden schicke Restaurants in Badelatschen erobert und Banken im Bikini besucht. In Barcelona will man damit nun Schluss machen: Eine Plakat-Kampagne soll Bikini-Trägerinnen aus der Innenstadt vertreiben.

Im spanischen Barcelona sollen Urlauberinnen nicht länger knapp bekleidet durchs Stadtzentrum spazieren. Nach Ansicht der Stadtväter schickt es sich nicht, dass sich Frauen nach einem Strandbesuch bauchfrei im Bikini in der Innenstadt zeigen. Um das in Zukunft zu vermeiden, kündigten die Verantwortlichen eine entsprechende Medienkampagne an. „Die Menschen sollen verstehen, dass uns das nicht gefällt“, sagte eine Sprecherin der Stadtverwaltung. Ein Verbot oder Strafen seien aber nicht geplant.

Die Stadt will nun in ganz Barcelona Plakate aufhängen, die ein bekleidetes Paar zeigen und daneben ein Paar in Badekleidung, das mit einem dicken roten Balken überlegt ist. Diese sollen in den kommenden Wochen in der U-Bahn, in Bussen und an allen öffentlichen Plätzen angebracht werden, sagte die Stadtsprecherin. Auch Hotels, Bars, Restaurants und Geschäfte sollen die Plakate aufhängen.

Erst im Herbst vergangenen Jahres war die katalanische Stadt am Mittelmeer mit anderen Problemen in die Schlagzeilen geraten: Die spanische Zeitung „El País“ hatte Fotos veröffentlicht, auf denen Männer zu sehen waren, die sich in der Öffentlichkeit von Prostituierten befriedigen ließen. Prostitution in der Altstadt von Barcelona war zwar nichts Neues. Doch das Geschäft mit Sex hat solche Ausmaße angenommen, dass Kundenwünsche inzwischen schon auf offener Straße erfüllt werden.

Das Problem betrifft vor allem den Stadtteil Raval an den Ramblas, der beliebten Flaniermeile im Zentrum der Altstadt. Kaum vor den Blicken Fremder geschützt, kommen die Prostituierten hier den Wünschen ihrer Freier nach. Kundschaft finden sie genug, strömen doch täglich massenweise Touristen am Markt vorbei.

Zwar hatte die Stadtverwaltung schon vor Jahren eine Verordnung erlassen, mit der man die Prostitution in der Öffentlichkeit einzudämmen hoffte. Doch, nachdem die Strafverfolgung zurückgegangen war, verschärfte sich das Problem im Stadtteil Raval extrem. Anwohner und Händler wollten das nicht länger hinnehmen. Sie protestierten mit Plakaten an ihren Balkonen gegen die zunehmende Verwahrlosung des Viertels und hielten die sexuellen Ausschweifungen auf Fotos fest.