Die beiden Städte liegen nur sechzig Kilometer auseinander und könnten doch unterschiedlicher kaum sein. Jerusalem, die Schöne und Heilige, die Stadt, in der gebetet wird. Von hier aus blicken die Gläubigen argwöhnisch auf Tel Aviv. Die Stadt am Mittelmeer, in der gelebt und gefeiert wird, die für ihre Freizügigkeit bekannt ist. Ganz oberflächlich betrachtet, könnte man die beiden Städte so beschreiben. Aber eben nur oberflächlich. Denn es gibt weit mehr zu entdecken als Gebetshäuser in Jerusalem und Partymeilen in Tel Aviv.


Universitätsstadt Jerusalem
Ja, in Jerusalem wird gebetet. In rund 1200 Synagogen, 200 Kirchen und 60 Moscheen treffen sich Gläubige, um den Herrn zu preisen. Die heiligsten Orte der Juden, Christen und Muslime befinden sich hier. Klagemauer, Via Dolorosa und Grabeskirche, Felsendom – das sind Orte, die Pilger aus der ganzen Welt anziehen. Dementsprechend abwechslungsreich ist die Stadt nicht nur in architektonischer, kultureller und kulinarischer Hinsicht, sondern auch, was die Menschen angeht. Jerusalem ist ein wahrer Schmelztiegel der Nationen. Jede ethnische Bevölkerungsgruppe hat neben ihren Werten und Traditionen auch ihre kulinarischen Gewohnheiten mitgebracht. So bietet die Gastronomielandschaft in Jerusalem für jeden Geschmack etwas.

Es sind aber nicht nur Gläubige, die ihren Weg in die Heilige Stadt finden. Jerusalem ist auch Universitätsstadt. An der Hebrew University in Jerusalem sind knapp 25.000 Studenten eingeschrieben. Auch Anne aus Freiburg kam vor zehn Jahren nach Jerusalem, um Judaistik zu studieren. „Es ist die Vielfalt, die mich so fasziniert“, erzählt sie. Sie sitzt mit ihren Kindern auf dem Spielplatz nahe der Universität. „Man trifft Leute aus der ganzen Welt. Die Stadt hat mich einfach nicht mehr los8gelassen. Und Gilad auch nicht.“ Sie lacht und erzählt, wie sie ihn auf einer Studentenparty kennenlernte. Heute haben sie zwei Kinder, die sowohl die Lehre des Judentums als auch des Christentums lernen sollen. Welchen Ort sie mit ihren Gästen aus Deutschland auf jeden Fall besucht? „Yad Vashem, die Holocaustgedenkstätte. Wir können nicht oft genug daran erinnert werden. Ein Besuch der Jerusalemer Altstadt ist auch obligatorisch, und wenn Zeit ist, gehe ich auch gern in eines der tollen Museen. Mein Lieblingsviertel ist Ein Kerem, da kann man schön bummeln. Und abends ist natürlich die Ben Yehuda Fußgängerzone angesagt, da tobt das Leben.“

Kulturmetropole Tel Aviv
„Wenn du einen Ort suchst, an dem das Leben tobt, musst Du schon nach Tel Aviv kommen“, wirft Silke ein. Silke, Annes Freundin, ist ebenfalls nach Israel ausgewandert. Die gebürtige Berlinerin kam als Volontärin, um im Kibbuz zu arbeiten. Doch schon bald entdeckte sie Tel Aviv, fand eine Anstellung in einer Strandbar. „Das Leben hier ist einfach genial.“ Ja, in Tel Aviv wird gelebt und gefeiert. „Aber nicht nur“, weiß Silke. „Diese Stadt hat so eine vielfältige Kunstszene, dass ich jeden Tag aufs Neue inspiriert werde.“ Sie malt und wünscht sich eine eigene Galerie im „In-Viertel“ Florentin. Hier leben junge Künstler, die von einer großen Karriere träumen und ihr Geld in Strandbars oder Cafés verdienen. Hier und da kann sie ein Bild auf dem „Nahalat Benyamin“, einem großen Kunsthandwerksmarkt, verkaufen. „Die Menschen hier sind einfach offen für alles“, erzählt sie. „Ob alt oder jung, schwul oder lesbisch, in oder out – jeder kann sein Leben gestalten wie er will, ohne dass ihn jemand schief ansehen würde. Deshalb ist auch die Kunstszene so vielfältig“, sagt Silke voller Überzeugung.


Kreative Ideen frei ausleben, das war auch die Motivation der Bauhausarchitekten. Sie kamen um 1930 nach Tel Aviv und errichteten ganze Straßenzüge im Bauhausstil. 2003 wurde die „Weiße Stadt Tel Aviv“, wie dieses Stadtviertel genannt wird, zum Unesco-Weltkulturerbe ernannt. Im Zuge der Unesco-Feierlichkeiten wurden mehr als zwanzig Häuser restauriert.


Was Silke mit ihren Gästen am liebsten unternimmt? „Shoppen.“ Sie muss nicht lange überlegen. „Diezengoff-Center, Shalom-Tower oder Sheinkin-Straße, ein Paradies für Shoppingfreunde.” Soll es eher Kultur sein, lädt sie gern ins Suzan-Dellal-Center ein. Hier finden moderne Tanzshows statt. Ihr Lieblingsrestaurant befindet sich am alten Hafen. Das gesamte Areal wurde nach der Schließung des Hafenbetriebs um8gebaut. Heute befinden sich hier moderne Cafés, Restaurants, Boutiquen und Kunsthandlungen. Mit Gästen, denen der Trubel zu groß ist, fährt sie in den Stadtteil Jaffa. Dort kann man den alten Stadtkern besuchen und richtig schlemmen – mit Blick auf die Skyline von Tel Aviv. „Besonders gern fahre ich dienstags nach Jaffa, denn viele junge Israelis lassen sich dort trauen und vor den 8historischen Gemäuern fotografieren. Ich liebe kitschige Hochzeiten“, schwärmt Silke.

Das Highlight für ihre Gäste aus Deutschland sei jedoch der Strand. Von der Sonne nicht wirklich verwöhnt, würden sie es genießen, sich einfach mal in den Sand zu legen und die Seele baumeln zu lassen. Blieben ihre Freunde länger, so Silke, würde sie auch immer einen Besuch in Jerusalem empfehlen. „Das ist nur eine Stunde Fahrt, und man befindet sich in einer komplett anderen Welt. Diesen Gegensatz muss man gesehen haben. Außerdem habe ich dann einen guten Grund, meine Freundin Anne zu besuchen“, sagt sie schmunzelnd.

Nehmen Sie an dem exklusiven Gewinnspiel teil und gewinnen eine Reise für 2 Personen nach Israel. Der Gewinn-Code lautet: Welt07
Hier geht's zum Gewinnspiel www.goisrael.de/gewinnspiel.aspx