Von außen ist er rund wie ein Schneckenhaus. Von innen ist der Wohnwagen so klein, dass gerade einmal eine Matratze darin Platz hat. Doch dafür wiegt das rollende Schlafzimmer auch nur 200 Kilogramm. Es ist so leicht, dass selbst ein Fiat-500-Fahrer damit in den Urlaub fahren kann. Und genau das war die Idee von Harald Prien. Der Tischler aus Ostertimke bei Zeven baut Wohnwagen, die selbst von den kleinsten Autos wie Ente, Goggo und Smart gezogen werden können.

Prien selbst begeistert sich für Urlaub im Wohnmobil und für italienische Oldtimer. Als Präsident des Bremer Fiat-500-Clubs besitzt er zwei Fiat 500 und zwei Fiat 600. So kam er auf den Gedanken, kleinste Wohnwagen für kleinste Autos zu bauen. „Es ist ein Schlafraum für die Fahrer von Kleinstwagen, aber luxuriöser als ein Zelt“, sagt er.


Tatsächlich ist der Wohnwagen Schlaf- und Wohnzimmer zugleich. Wenn man die Matratze zusammenrollt, lässt sich der Fußboden hochklappen und mit zwei weiteren kleineren Handgriffen stehen Tisch und Bänke da. Ein Teil des Bodens wird zur Trennwand, der Rest verwandelt sich – durch einen zweiten, abgesenkten Fußboden – in Sitzbänke. „Die Idee stammt von Wohnwagen der 1930er Jahre“, erklärt der 44-Jährige. Der Tisch ist zwischen den beiden Fußböden eingebaut.


Lange brauchte Prien nicht dafür, um den Schneckenhaus-Wohnwagen zu entwickeln, der auch hinter Motorradgespanne, Quads und Trikes gehängt werden kann. Denn zuvor hatte er schon fahrende Buden gebaut, wie sie auf Jahrmärkten stehen. So wusste er, welches Material er benutzen muss und wie er den Wohnwagen wasserdicht bekommt. Prien benutzt einen dünnen und damit leichten Kunststoff, verschraubt und verklebt sämtliche Teile und dichtet sie dann gegen Feuchtigkeit ab. Knapp 40 Stunden reine Arbeitszeit braucht er, bis ein Wohnwagen fertig ist. Der Tischler arbeitet alleine, nur beim Bau des Fahrgestells hat er Hilfe von einem Schweißer.

Auch in der Caravan-Industrie geht der Trend zu sparsameren Modellen. Aspekte wie Leichtbauweise und Multifunktionalität stünden im Mittelpunkt, sagt der Caravaning Industrie Verband (CIVD) in Frankfurt am Main. „Im Jahr 2008 wurden in Deutschland 19.279 Caravans neu zugelassen“, sagt CIVD-Sprecher Christof Sambel. Über mehrere Jahre betrachtet gehe die Zahl der Caravan-Neuzulassungen leicht zurück. Kleine Caravans bilden die kleinste Gruppe der Zulassungen.

Die Kunden des Tischlers aus Ostertimke können sich zwischen zwei Modellen entscheiden, dem schneckenhausrunden und einem eckigen. 3200 Euro kostet der runde, 3500 Euro der eckige Wohnwagen.