Die USA, Deutschland sowie 26 weitere Vollmitglieder des Antarktisvertrages wollen den Tourismus in der Antarktis begrenzen. Dadurch solle das gefährdete Ökosystem der Südpol-Region geschützt werden. Demnach wird die Größe von landungsberechtigten Kreuzfahrtschiffen auf solche begrenzt, die maximal 500 Passagiere an Bord haben. Zudem darf künftig an Landungsstellen nur je ein Schiff zur gleichen Zeit andocken. Maximal 100 Passagiere dürfen gleichzeitig an Land, dabei soll pro 20 Urlaubern mindestens ein Reiseführer dabei sein.

Die Vereinbarung sieht bei Verstößen keine Strafen vor, die Unterzeichnerstaaten sollen die Einhaltung der Regeln selbst überwachen. Allerdings sind die Beschlüsse zunächst nicht bindend, sondern müssen von den einzelnen Ländern ratifiziert werden.

Zu den Vollmitgliedern des Antarktis-Vertrages zählen neben den USA, Deutschland, Russland, China und Japan auch zahlreiche andere europäische und lateinamerikanische Länder.

Der Vertrag legt fest, dass die Polarregion nicht für militärische Zwecke genutzt werden darf. Zudem verzichten die Unterzeichner auf Gebietsansprüche.

Zuletzt erwies sich jedoch der zunehmende Tourismus als größtes Problem in der Region, mehrere Kreuzfahrtschiffe liefen in den vergangenen Jahren auf Grund. Passagiere mussten teils evakuiert werden, eine größere Katastrophe blieb bislang jedoch aus.

Der Urlauberzustrom in die Polarlandschaft stieg in den vergangenen Jahren deutlich an: In der Saison 1992-1993 besuchten rund 6.700 Touristen die Antarktis, 2006-2007 waren es bereits 29.500 und in der Saison 2008-2009 bislang 45.213, wie der Internationale Verband der Antarktis-Reiseveranstalter erklärt. Die Mitglieder des Verbandes haben an der Erarbeitung der Beschränkungen mitgewirkt.

Umweltschützer begrüßten die Initiative. „Die Antarktis zu besuchen, sollte ein Privileg sein, es handelt sich nicht um ein Recht“, sagte Gerald Leape von der amerikanischen Pew- Umweltschutzgruppe. Vor allem auch die USA hatten sich für konkrete Beschlüsse eingesetzt. „Eine Verschärfung der Umweltregularien ist vor allem wichtig angesichts des wachsenden Tourismus in der Antarktis“, hatte Außenministerin Hillary Clinton zur Eröffnung der Konferenz unterstrichen.

Der Antarktisvertrag besagt, dass der Südpol nur zu friedlichen Zwecken genutzt werden kann. Er garantiert zudem die Freiheit der Forschung in der Region. Die Umweltstiftung WWF unterstrich anlässlich des Treffens die Gefahren für Nord- und Südpol. „Ein Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur um zwei Grad ist definitiv zu viel für unsere Polregionen“, warnte Rob Nicoll vom Antarktis-Programm des WWF. Pinguine seien die ersten, die im Süden unter der Erderwärmung leiden. Auf der anderen Seite der Erdkugel sähe es für die Eisbären nicht besser aus. Wissenschaftler befürchteten, dass die Arktis binnen einer Generation im Sommer komplett eisfrei sein könnte.

dpa/AP/heg