Kälte, Eis, Schnee – wer jetzt nicht gern Ski fährt oder auf einem Snowboard zappelt, guckt urlaubstechnisch in die Röhre. Oder flüchtet gleich an ferne Sonnenstrände. Dabei hat der alpine Winter weit mehr zu bieten als Pistenrummel, Hüttengaudi und Schunkeln bei „Anton aus Tirol“.
Zum Beispiel gibt es weiß überzuckerte Winterlandschaften, gemütliche Herbergen, urige Berghütten – und eine seelenwärmende Gastlichkeit. Schauen wir doch nur nach Österreich, dem Winterwunderland direkt vor unserer Haustür.
Einer, den wir alle kennen, ist bereits letzte Woche aus Hollywood angereist. Tom Cruise lässt sich in Goldegg von dem Sepp und der Susi verwöhnen. Wo, bitte? Goldegg liegt rund 50 Kilometer südlich von Salzburg auf einem Hochplateau. Ein lauschiges Örtchen, an dem der ganze Wintersport-Hype spurlos vorübergegangen ist. Und dann gibt es dort noch den „Seehof“, ein kleines, hübsches Landhotel in Mauern von 1727. Susi und Sepp Schellhorn sind die Besitzer. Sie sind die fünfte Generation, die das Hotel bewirtschaft.
Ein bisschen spirituell angehaucht, aber mit einem guten Händchen für unkonventionelles Design zum Wohlfühlen. Auch kulinarisch darf sich das Restaurant zu Österreichs Champions League zählen: Mit ihrem À-la-carte-Pensionsmenü im Restaurant „Hecht“ haben sich die Schellhorns zwei Gault-Millau-Hauben geangelt – und seither Stammgäste aus Hollywood wie Nicolas Cage. Der hat den „heißen Austria-Tipp“ dann gleich an Schauspielerkollegen Tom Cruise weitergereicht. Lässig und diskret ist die Atmosphäre im „Seehof“, so wie es die Prominenz schätzt, und im Winter obendrein herrlich verwunschen. Es gibt Eislaufen auf dem Moorsee, Spaziergänge in eisklarer Luft und anschließend einen wärmenden Marillenschnaps vor dem Kamin.
Auch das Landhotel „Gmachl“ in Bergheim, nur ein paar Schneeballwürfe entfernt von Salzburg, ist eine dieser österreichischen Traditionsherbergen. Kaminfeuer, warme Holztöne und ein kapitaler Kater, der mauzend über die Bibliothek wacht, dazu Landhauszimmer mit Dampfdusche und Panoramasuiten mit prächtiger Aussicht auf die Festung Hohensalzburg.
Die Küche verfeinert die Klassiker Österreichs, butterzart der Tafelspitz, ungemein verführerisch die Marillenröster. Hier ist alles deutlich größer als im „Seehof“, mit einem riesigen Sauna- und Beautybereich. Dank des beheizten Außenpools können wir sogar hinaus in den Schnee schwimmen.
Wer ein geradezu mystisches Wintererlebnis sucht, der sollte nach Hallstatt im Salzkammergut fahren. Der malerische Ort klammert sich wie ein Schwalbennest zwischen den Salzberg und den Hallstättersee. Zur Besiedlung stand einst nur wenig Raum zur Verfügung, sodass sich die Häuser verschachtelt übereinandertürmen. Eine Szenerie, die Geschichte atmet. Das älteste Haus von Hallstatt ist dazu die passende Unterkunft. Der Ausblick vom burgartigen „Haus Stocker“, das 1750 errichtet wurde, auf das verschneite Dachsteingebirge in der Morgensonne kann es mit jeder Fototapete aufnehmen. Wir streifen durch die Gassen der hübschen Kleinstadt, wundern uns über die 1200 bemalten Totenschädel im „Beinhaus“ an der Michaelskapelle und kehren ein beim „Zauner“, wo angenehm unprätentiös Karpfen, Renke und Saibling aus dem eiskalten Gewässer kredenzt werden.
Noch mehr See? Dann auf nach Kärnten. Zur größten gefrorenen Natureisfläche Europas. Das ist der Weissensee: 6,5 Quadratkilometer blitzblankes Eis. Lustig geht es hier zu, auf dem See wird flaniert und Eisgolf, Eisstockschießen, Eishockey oder Curling gespielt. Jede Menge Pferdeschlitten, aber kein Auto weit und breit. Ein Winter wie einst in Kindertagen.
Auch die „Forelle“ am Ufer des Weissensees ist ein Familienbetrieb. Wärme strahlt das Haus aus und Bodenhaftung. Dabei ist die regionale Küche von Hannes Müller zum Abheben, leicht, gesund, raffiniert. Empfehlenswert auch der gut sortierte Weinkeller, der hier „Blaue Forelle“ heißt. Draußen lockt der Weissensee und die romantische Winterlandschaft.
Anderthalb Stunden Autofahrt führen uns vom Weissensee mitten hinein ins Pustertal. In Strassen, neun Kilometer von der italienischen Grenze entfernt, steht der „Strasserwirt“, der sich „Herrenansitz“ nennen darf, weil er so ehrwürdig ist. Die ältesten Mauern stammen aus dem 6. Jahrhundert. Fast so lange dient dieses Haus Reisenden als generöser Unterschlupf auf dem Weg nach Italien. Wenn heute der Walder Gottfried mit seinem Gespann vorfährt, der Atem der Pferde in der Schneeluft Wölkchen formt, dann scheint es fast so wie damals, als Pferdekutschen noch das einzige Fortbewegungsmittel waren.
Die Atmosphäre im „Strasserwirt“ ist romantisch, aber im nicht verkitschten Sinne. In den historischen Gaststuben begeistern Tiroler Schmankerl. Nach einem üppigen Dessert reichen die Damen vom Service noch einen Gutenacht-Tee mit geheimnisvollen Kräutern. Der Tee darf natürlich mit auf das Zimmer. Nur der Plasmafernseher wirkt seltsam verloren in dieser Herberge, die sich seit undenklichen Zeiten gegen alle Veränderungen stemmt.
Unterkunft: „Seehof“, Goldegg, DZ ab 140 Euro, www.hotel-seehof-salzburg-goldegg.at ; „Landhotel Gmachl“, Bergheim, DZ ab 164 Euro, www.gmachl.at ; „Heritage Hotels“, Hallstatt, DZ ab 190 Euro, www.heritagehotel.at ; „Forelle“, Weissensee, DZ ab 112 Euro, www.forellemueller.at ; „Strasserwirt“, DZ ab 100 Euro, www.strasserwirt.com
Auskunft: Österreich Werbung, www.austria.info





