Nord- und Ostsee

Ich will endlich an die See – Dann flieg doch!

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Bettina Seipp

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Schnell mal zur Ostsee oder auf eine Nordseeinsel – was mit dem Auto oft im Nerven aufreibenden Stau endet, geht mit dem Flugzeug umso flotter. Egal ob zur chronisch vollen Ferienzeit oder nur für ein Vorsaison-Wochenende. Die Flugverbindungen zu den beliebtesten Inseln im Überblick.

Zu Deutschland gehören Dutzende Inseln in der Nord- und Ostsee. Die meisten sind so klein, dass keine oder wenige Häuser auf ihnen stehen und sie – wenn überhaupt – nur per Fähre erreichbar sind. Umso größer ist dann oft der Ansturm auf verkehrsmäßig gut erschlossene Urlauberinseln wie Sylt, Fehmarn, Rügen und Usedom. Einige sind per Flugzeug erreichbar und ideal für einen Wochenendausflug – im Wortsinn.


Sylt

Vor vier Jahren begann Air Berlin mit dem Flugbetrieb nach Sylt – damals noch ausschließlich von Berlin und Düsseldorf aus. Nachdem die Airline seit 31. März auch eine Verbindung von Frankfurt nach Westerland anbietet, ist die Zahl der Abflughäfen auf inzwischen acht gestiegen – neben Berlin, Düsseldorf und Frankfurt sind das Köln/Bonn, Münster/Osnabrück, München, Nürnberg und Stuttgart.

Die Strecke München-Sylt wird auch von der Deutschen Lufthansa bedient: im Rahmen des Sommerflugplanes von März bis Oktober, so wie bei der Air Berlin, und jeweils samstags und sonntags.

Die älteste Linienverbindung nach Sylt unterhält die Sylt Air, die seit 1978 Passagiere von Hamburg aus auf die Insel fliegt – in den Sommermonaten bis zu dreimal täglich, davor und danach im Schnitt zweimal. Auch die Air Hamburg befördert von der Hansestadt aus Passagiere nach Sylt – ganzjährig und täglich. Ab 1. Mai nutzt die kleine Fluggesellschaft dafür den Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel. In den 9-sitzigen Maschinen kostet ein einfaches Ticket ab 149 Euro.

Und wer sich die dreistündige Fährfahrt von Sylt via Amrum nach Föhr sparen will, kann die Linienverbindung der Hanseflug nutzen und in nur zehn Minuten mit dem größten Doppeldecker der Welt, der Antonow 2, fliegen – in der Saison vom 1. Mai bis 30. September.

Helgoland

Die Fähranreise auf Deutschlands einzige Hochseeinsel ist für so manchen Urlauber eine Tortur, weshalb gleich vier Unternehmen Linienflüge nach Helgoland unterhalten: Die OLT (Ostfriesische Lufttransport GmbH) fliegt die Insel von zwei Flughäfen aus an: Heide/Büsum und Bremerhaven – je zweimal täglich im Winter und im Sommer ab Bremerhaven sogar viermal täglich. Besonders attraktiv ist das Angebot für Tagesgäste (Ticket: 155 Euro), die aufgrund der günstigen Flugzeiten bis zu zehn Stunden auf der Insel verbringen können, während den Fährgästen nur rund vier Stunden verbleiben.

Die LFH (Luftverkehr Friesland-Harle) fliegt ab Harle von Juni bis September immer donnerstags sowie in den Sommermonaten Juli/August zusätzlich mittwochs (Tagesrückflugticket: 130 Euro).

Air Hamburg fliegt ebenso wie Sylt auch Helgoland ganzjährig und täglich an, ab 99 Euro für das einfache Ticket. Vierter im Bunde ist die kleine Regional-Fluggesellschaft FLN (Frisia Luftverkehr), die von März bis Oktober dreimal wöchentlich von ihrem Flugplatz Norden-Norddeich sowie von den ostfriesischen Inseln Juist und Norderney nach Helgoland startet – Inselhopping pur also. Der Preis für ein Tagesrückflugticket beträgt wie bei der LFH 130 Euro.

Ostfriesische Inseln

1000 Meter Start- und Landebahn – das reicht für die Klassifizierung des Borkumer Flugplatzes als Verkehrslandeplatz. Und so schickt die OLT von Emden aus 12-sitzige Maschinen auf das Eiland – ganzjährig und täglich. Die LFH wiederum fliegt zwischen März und Oktober von Harle aus montags, mittwochs, freitags mit 9-sitzigen Maschinen. In diesem Takt bedient die LFH auch Juist und Norderney.

Nur Wangerooge, Langeoog und Baltrum werden ganzjährig, täglich und Wangerooge obendrein im Stundentakt von der LFH angeflogen. Zu Spiekeroog besteht mangels Flugplatz gar keine Flugverbindung. Die Preise für ein LFH-Oneway-Ticket bewegen sich zwischen 37 und 300 Euro.

Da die Fährverbindungen zu den ostfriesischen Inseln teilweise tideabhängig und somit zeitlich eingeschränkt sind, nutzen vor allem Insulaner, Geschäftsleute und Tagesgäste das Flugangebot – oder Urlauber mit wenig Gepäck. Denn nur zehn Kilo können als kostenloses Freigepäck mitfliegen, jedes weitere Kilo kostet 50 Cent.

Mit ihrer ganzjährigen, mehrfach täglichen Verbindung zwischen Norden-Norddeich und Juist bietet die Regional-Fluggesellschaft FLN nicht nur den kürzesten Flug Deutschlands an – circa fünf Minuten sind die maximal neun Passagiere in der Luft –, sie übernimmt überdies die Hauptversorgung von Juist und Norderney aus der Luft. Zudem fliegt die FLN im Bedarfsfall: Sind die zwei Plätze belegt, kostet das Oneway-Ticket 38 Euro, ansonsten muss auch der zweite unbesetzte Platz bezahlt werden.

Fehmarn

Obwohl Fehmarn mit 185 Quadratkilometern die drittgrößte deutsche Insel ist, wird sie nicht im Liniendienst angeflogen – ein Schicksal, das sie mit der größten deutschen Insel Rügen teilt. Es gibt auf Fehmarn zwar eine Gras-Landebahn, die mit 600 Metern sogar 120 Meter länger ist als jene auf Helgoland. Doch feste Gebäude, einen Tower, ja selbst Toiletten sucht man vergebens.

„Wenn im Herbst der Flugbetrieb eingestellt wird und alle Signale entfernt sind, sieht man gar nicht, dass hier ein Flugplatz ist. Wir gelten deshalb als Deutschlands kleinster Flugplatz“, so der verantwortliche Betreiber Klaus Skerra. Sein Platz wird denn auch vor allem von Sportmaschinen und Frachtfliegern benutzt. Letztere fliegen im Auftrag des Regionalflugunternehmens LFH, das die Ostseeinsel zwischen März und Oktober zweimal wöchentlich (montags, freitags) von Harle aus ansteuert. Auf Anfrage nimmt die LFH bis zu drei Passagiere mit.

Usedom

Seit rund 100 Jahren gibt es auf Usedom den Flugplatz Heringsdorf, womit er einer der ältesten deutschen Luftzielorte ist. Im Laufe der Zeit abwechselnd militärisch und zivil genutzt, ist er nach einer umfassenden Sanierung seit 1996 ausschließlich für den Charter- und Linienverkehr reserviert. Letzterer begann vor drei Jahren, als das an der Nordsee beheimatete Regionalflugunternehmen OLT die Ostseeinsel in den Sommerflugplan aufnahm.

Ab 8. Mai wird OLT von drei Städten aus (Bremen, Frankfurt und Köln/Bonn), jeweils samstags, die Verbindung halten. Zwischen dem 1. August und dem 26. September bedient die OLT auch die Strecke München–Usedom und zwar immer sonntags. Zürich–Usedom wird im Zeitraum 5. Juni bis 25. September geflogen. Auf allen Strecken fliegt eine 50-sitzige Saab 2000. Air Berlin erweitert ab diesem Jahr den Usedomer Flugplan um die Städte Dortmund, Düsseldorf, Nürnberg und Stuttgart und fliegt vom 1. Mai bis zum 30. Oktober immer samstags auf die Ostseeinsel. Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft setzt dafür 76-sitzige Q400-Turbopropmaschinen von Bombardier ein.

Die Fluggesellschaften
Air Berlin: Tel. 01805/73 78 00, www.airberlin.com
Deutsche Lufthansa: 01805/80 58 05, www.lufthansa.com
Sylt Air: Tel. 04651/78 77, www.syltair.eu
Air Hamburg: Tel. 040/70 70 88 90, www.air-hamburg.de
Hanseflug: Tel. 01805/38 03 80, www.hanseflug.de
OLT: Tel. 01805/65 86 59, www.olt.de
LFH: Tel. 04464/948 10, www.inselflieger.de
FLN: Tel. 04931/933 20, www.fln-norddeich.de