Ulrike Stümke strahlt mit der wärmenden Sonne Mallorcas um die Wette, denn auch nach vier Stunden Sport ist der 46-jährigen Trainerin des Mallorca Marriott Hotels nicht die geringste Anstrengung anzusehen. „Ich habe nie etwas anderes getan“, sagt die durchtrainierte gebürtige Deutsche, die seit 27 Jahren „Anleitungen zum glücklich sein“ gibt. Im Südosten der schönen Balearen-Insel geht sie mit ihren Kunden auf dem riesigen Hotelgelände joggen oder walken, sie zeigt Hantelübungen, die richtige Pilates-Atmung und dehnende Yoga-Stellungen.

Ihre neueste Errungenschaft heißt „Hormon-Yoga“. Für die Frau ab 35 – auch für diejenigen, die sich noch nicht mit Wechseljahr-Beschwerden herumplagen. „Hormon-Yoga hilft bei Hitzewallungen, Unruhe, Migräne, Schlaflosigkeit, Haarausfall und brüchigen Nägeln, Depressionen, Libidoverlust und sogar bei Gedächtnisschwäche, aber natürlich kann diese spezielle Yoga-Reihe auch als Prävention gesehen werden“, erzählt Ulrike Stümke - so als hätte sie auch selbst nie etwas anderes lieber getan.


Schmunzelnd fügt sie hinzu: „Mir hat es wirklich geholfen!“ Man nimmt es ihr ab, lässt sich von ihr einführen in diesen Kurs und erlebt – als Frau Ende 30 – eine gewisse Erleichterung, dass wir es teilweise wirklich selbst in der Hand haben, entspannter und gelassener diesen als unschön gepriesenen Zeiten entgegen zu sehen. Auf Mallorca fällt es natürlich umso leichter, diese Gelassenheit auch anzunehmen und später die angenehmen Sonnenstrahlen durch den angespannten Körper fließen zu lassen.

Erfunden wurde Hormon-Yoga übrigens von einer Brasilianerin: Dina Rodriguez, mittlerweile 81 und noch immer sportlich aktiv. Hormon-Yoga zum Dank. Sie hat ein 35-minütiges Programm mit sieben Aufwärmübungen und einer speziellen Energielenkung entwickelt, bei der die Energie von der Nasenspitze in die inneren Organe gelenkt wird: „Mit dieser intensiven Atemtechnik werden zum Beispiel die Eierstöcke massiert, die dann mit einem erhöhten Hormonausstoß reagieren.

Unangenehme Symptome der Wechseljahre werden so beseitigt oder vermindert“, verrät die sportbegeisterte Ulrike, die in der nächsten Minute die geradezu magische Wirkung von XCO-Hanteln (=eXtreme COre Trainer) verspricht. Diese sind 500 Gramm schwer, mit Granulat gefüllt und verteilen beim Joggen, Walking oder Stretching optimal das Gewicht. „Ein effektives Trainingsgerät und ideal für Jogger, die auch ihre Oberkörpermuskulatur aufbauen wollen“, verrät die Trainerin.

Wer vom Muskeltraining genug hat, begibt sich in die sanften Hände der geschulten Mädels im Spa. Eine Lomi-Lomi-Massage mit Vanille-Kokosnuss-Öl sorgt nicht nur für samtweiche Haut, ein Hauch purer Sinnlichkeit umgibt dabei den gesamten Körper. Die hawaiianische Tempelmassage zählt übrigens auf Hawaii zum Ritual Verliebter vor der Hochzeit - dient sie doch nicht nur der Entspannung, sondern ihrem Anspruch nach auch der körperlichen, seelischen und geistigen Reinigung. Ein Vergnügen für alle Sinne, das Blockaden löst, Energie fließen lässt und Harmonie wieder herstellt.

Im Einklang mit seinem Körper bereitet es umso mehr Freude, am nächsten Tag Palmas Shopping-Meilen unsicher zu machen. Manisha ist 29, Inderin, verheiratet mit einem Mallorquiner, und seit zwei Jahren privater Shopping Guide auf der Insel.

Sie hat das richtige Händchen bei der Farbauswahl und schleppt ihre Kunden – je nach Geldbeutel - durch teure und preiswerte Boutiquen, durch große Einzelhandelsketten, spezielle Lifestyle-Shops und Schmuckgeschäfte.

Geradezu ein Muss ist der Kauf von Perlen. Bei „Orchidea“ werden die Perlmutt schimmernden Prunkstücke in vier verschiedenen Qualitäten angeboten. Von 5 Euro bis 30.000 Euro – von einfachen Ohrringen bis zum edlen Collier. Kristallperlen, keine echten.

Dabei träumen wir Frauen doch alle von einem gut aussehenden Taucher, der sich nur für uns in unsagbare Tiefen hinab begibt, um nach der einzigartigen Muschel zu tauchen, die dann eine Perle von unschätzbarem Wert für uns beherbergt, oder?

Mädchenträume, so romantisch und verspielt, doch diese letzten Illusionen und Hoffnungen werden uns hier leider genommen. Manisha nimmt eine mittelgroße (Kristall)- Perle in ihre zarten Hände, begutachtet sie vorsichtig, hält sie eine ihrer Kundinnen an den Teint und beschließt, sie sei nicht gerade der „Perlen-Typ“. Der Rest der Gruppe nickt zustimmend. Eine ehrliche Meinung, die Frauen sehr zu schätzen wissen.

Die alt ehrwürdige Kathedrale „La Seu“ im Rücken, die individuelle Farbpalette (nach eingehender Farbanalyse von Manisha erstellt) in der Hand, geht unser Spaziergang weiter durch die schmalen Gassen der Hauptstadt. In einem ehemaligen Malerbedarf, dem heutigen „19 Can Corbella“ (das ist gleichzeitig die Straße, in der sich der Laden befindet), schlagen Lifestyle-Herzen höher. Ausgefallene Leder- und Leinentaschen, nach Eisenkraut und Bergamotte duftende Seifen und hauchzarte Seidentücher verführen dazu, nicht nur an sich selbst zu denken beim Einkauf. Möchte der Liebste daheim nicht auch ein kleines feines Mitbringsel?

Das finden Sie auch garantiert im „Rialto Living“, betrieben von einem schwedischen Ehepaar, die ihre Dekorationsstücke, Stoffe, Kerzen, Bett- und Tischwäsche, urige Bilder und vieles andere Trendige und Lifestylige in Schweden, Italien und Kanada beziehen. Hamptons-Style im Mittelmeer. Im kleinen Bistro auf der Empore kann man bei einem leckeren Café con leche (Milchkaffee, mit Schokosauce auf dem Schaum) wunderbar über bevorstehende Muss-Käufe sinnieren. Eine kleine Verschnaufpause im trubeligen Sonnenland.

Wenn frau zum Shopping aufbricht, dürfen natürlich auch Schuhe und edle Kleider nicht fehlen. Ganz zufällig ist unser exotischer Shopping-Guide selbst Designerin und führt uns abschließend auch in ihr eigenes Atelier, in dem sie Seidenträume wahr werden lässt. Roben in lang und kurz zwischen 180 und 650 Euro – teils erschwingliche Einzelstücke made in Mallorca.

Ein weiterer Fortschritt in Richtung Shopping Destination ist die Tatsache, dass Gäste mittlerweile auch am Samstag nach Palma kommen und folgerichtig nun auch Samstagabends die Shops geöffnet haben.

So viel Shoppen macht hungrig. Nur zehn Autominuten vom Zentrum entfernt, lädt das „Sea“ zum leichten Lunch, wenn auch die Boutiquen Siesta halten. Ein echter Geheimtipp, dieses minimalistisch schicke Restaurant mit mediterraner vollwertiger Küche und einem Hang zur Perfektion im Detail. Leider waren die grünen Salatblätter am Rand leicht braun gefärbt, was nicht auf einen hundertprozentigen Frischegrad hinweist.

Ein Gin Tonic im Sonnenuntergang, unter wehenden weißen Segeltüchern im angesagten Purobeach-Club, und die Welt ist wieder ganz in Ordnung, abgesehen von der Taxifahrt dorthin. Die sollten Sie sich auf Mallorca besser ersparen. Die mallorquinischen Fahrer sind meistens schlecht gelaunt, schlecht informiert und schlecht geschult. Dienstleistung ist in diesem Metier anscheinend ein Fremdwort. Die Gäste kommen ja sowieso. Ob nun zum Sonnen, zum Trainieren oder – zum Shopping.