Nur eine junge Frau, die seit einigen Jahren auf der Ferieninsel lebt, saß in einem Café nur 500 Meter von dem Restaurant entfernt, in dem sich die erste Explosion ereignete. „Ich hörte den Knall, und auf einmal waren überall Polizisten. Es war schockierend“, erinnert sie sich.
Ein junger Mann sagte nach seiner Ankunft am Montag in Berlin, dass es ihn erstaunt habe, wie normal das Leben in der Inselhauptstadt Palma de Mallorca weitergegangen sei. Auch hätte es am Flughafen weder verschärfte Kontrollen, noch einen erhöhten Einsatz von Sicherheitspersonal gegeben. „Es ist erstaunlich, aber man hat das Gefühl, als sei gar nichts geschehen“, sagte der Mann, der seinen Namen nicht nennen wollte. Trotzdem sei er froh, wieder hier zu sein.
Ähnliche Eindrücke schilderte eine Familie aus Berlin. Sie seien zum Zeitpunkt der Detonationen nicht in der Insel-Hauptstadt gewesen und hätten erst später die Bilder im Fernsehen gesehen. Überrascht seien sie heute vor dem Abflug über die Gelassenheit unter den Sicherheitskräften der Guardia Civil gewesen. „Auf Mallorca herrscht schon wieder Business as usual“, sagte der Vater zweier Kinder.
Zwei kleinere Sprengsätze waren in einem Restaurant und einer Unterführung explodiert, einen dritten Sprengsatz fand die Polizei in einer Bar und entschärfte ihn. Verletzt wurde niemand, da die Sicherheitskräfte das Gebiet bereits abgeriegelt hatten. Denn den Detonationen ging eine telefonische Warnung der ETA voraus. Die baskische Untergrundorganisation bekannte sich am Sonntag auch zu dem Anschlag vom 30. Juli auf Mallorca, bei dem zwei Polizisten getötet wurden.
Viele Urlauber fürchten sich offenbar nicht vor weiteren terroristischen Attacken. Eine Reisende erklärte: „Das ist einfach das Leben heute. Man darf deshalb aber nicht plötzlich ängstlich werden.“ Eine junge Mutter erklärte, sie habe sich in ihrer gesamten Urlaubszeit nicht bedroht gefühlt. Auch werde sie wieder nach Mallorca fahren. „In Deutschland kann auch etwas passieren, aber deshalb ziehe ich ja nicht gleich weg“, sagte sie.
Geschockt zeigte sich allerdings die junge Frau, die sich in der Nähe des Restaurants „La Rigoletta“ aufgehalten hatte, in dem sich die erste Explosion ereignete. Angst habe sie trotzdem nicht. Sie gehe nicht davon aus, dass die Eta Zivilisten treffen wollte oder in Zukunft auf sie zielen werde. „Sie wollen den Touristen nicht schaden. Sonst hätten sie vorher keine Warnungen ausgesprochen“, sagte sie.
Seit 50 Jahren versucht die Eta die spanische Regierung zu Verhandlungen über die Unabhängigkeit des Baskenlandes zu zwingen. Insgesamt fielen ihren Anschlägen bislang rund 800 Menschen zum Opfer.
( Hier geht es zu den aktuellen Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amtes)
AP





