Das Warten ist eines der großen zivilisatorischen Ärgernisse unserer Zeit. Auf der Post, am Flughafen: Überall muss man kostbare Zeit investieren, bis der nächste Schalter frei wird, bis der Flieger zum Einsteigen bereit ist. Das wissen auch die Fluggesellschaften, die deshalb (für ihre gut zahlenden Premiumkunden) besondere Lounges eingeführt haben – als Wartezimmer der Extraklasse, die man allenfalls in einem Luxushotel erwarten würde: mit Speisen von Starköchen, mit Kino, Billardtisch und Spa-Salon. Fünf solcher Lounges, in denen Gäste entspannen, statt nur die Zeit totzuschlagen, haben wir für Sie aufgespürt.

Qantas First-Class- Lounge, Sydney

Der Urlaub beginnt am Boden, jedenfalls dann, wenn man ein First-Class-Ticket von Qantas in der Tasche hat und von Sydney aus fliegt. Es erlaubt den Zutritt in die „beste First-Class-Lounge 2008“ – gekürt vom unabhängigen Luftfahrtforschungsinstitut Skytrax, das jährlich Millionen Internetnutzer über die besten Fluggesellschaften und Lounges der Welt abstimmen lässt.

Die Wertung ist gerechtfertigt, denn die im Mai 2007 eröffnete Qantas-Lounge ist anders als andere Lounges, nämlich besser. Ihr Herzstück ist eine grüne Wand: ein vertikal angelegter, 30 Meter langer botanischer Garten mit 8400 echten Pflanzen – kein Vergleich zur Topfpflanzentrostlosigkeit, die auf Flughäfen sonst verbreitet ist. Die Sitzecken der Lounge sind eine gelungene Mischung aus 50er-Jahre-Hotel und Raumschiff Enterprise, Panoramascheiben erlauben einen direkten Blick auf das Rollfeld.

Das Restaurant mit offener Küche und 48 Sitzplätzen wird geleitet von Neil Perry, einem der bekanntesten Köche Australiens, der Köstlichkeiten wie Schwertfischsteak, gefüllt mit Anchovis und gegrillt in Serranoschinken, auffährt. Ein Erlebnis!

Gleiches gilt für den Spa – mit Massagebänken, mit Duschkabinen, mit in die Wand gebauten Lautsprechern, aus denen Entspannungsmusik ertönt. Wem das nicht reicht, der findet in der Lounge-Bibliothek Bücher, Brettspiele und Playstation-Spiele.

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Swiss Business-Class- Lounge, Zürich

Während Raucher anderswo in karge Glaskästen abgeschoben werden, in denen sie mies gelaunt ihrem Laster nachgehen können, umwirbt man sie bei Swiss. Deren Business-Class-Lounge in Zürich verfügt über eine „Smokers Bar“, die diesen Namen verdient – der Tresen misst stolze 27,6 Meter und ist damit der längste Lounge-Tresen überhaupt (Weltrekord).

Es gibt nur einen Haken, jedenfalls aus Nichtraucher-Sicht: In der „Smokers Bar“ sitzen vornehmlich Raucher, das macht die Luft nicht besser. Zum Glück gibt es jenseits des Rauchertresens weitere Refugien in dem 1100 Quadratmeter großen Wartezimmer. Zum Beispiel die Relax-Zone, einen Entspannungsbereich mit zehn Massageliegen. Man hat die Wahl zwischen verschiedenen Massagetechniken, bei Shiatsu etwa wird der Rücken gut durchgeknetet. Weitere Pluspunkte: freier Internetzugang, Playstation, gut sortiertes Buffet.

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Emirates Kinder-Lounge, Dubai

Ihre Kunden von morgen verwöhnt Emirates schon heute – mit einer Lounge für alleinreisende Kinder (Unaccompanied Minors Lounge, Terminal 3 in Dubai). Lesen und Malen, Kinderfernsehsendungen und Musikvideos – die kleinen Reisenden haben viele Möglichkeiten, die Wartezeit spielend zu überbrücken. Als Geschenk erhalten sie einen Rucksack mit altersgerechtem Spielzeug und einem Stofftier namens Querk, das sich in einen Löwen, Adler, Koala, Hasen oder Elefanten verwandeln lässt. Außerdem werden Snacks und Getränke angeboten. Rund um die Uhr kümmern sich mehrere von insgesamt 14 speziell geschulten Betreuerinnen um die Kinder.

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Lufthansa Welcome Lounge, Frankfurt/Main

Zugegeben: Diese Lounge ist nicht zum Warten da, weil sie nicht vor, sondern nach einem Flug genutzt wird. Die Rede ist von der ersten Welcome Lounge der Lufthansa, die Ende Januar auf dem Frankfurter Flughafen eröffnet wurde (Ankunftsbereich B, Terminal 1). Dieses neue Serviceangebot ermöglicht es First- und Business-Class-Gästen, bis kurz vor der Landung zu schlafen; sich frisch machen und frühstücken können sie dann auf dem Boden. Kernstück der 1200 Quadratmeter großen Lounge auf zwei Etagen sind 26 Duschen, die von einem Concierge betreut werden. Wer Zahnbürste und Shampoo nicht dabeihat, wird mit Produkten von L’Occitane versorgt.

Praktisch ist der Bügelservice: Hat man am Display im Badezimmer vorher kenntlich gemacht, dass man sein Hemd bügeln lassen möchte, braucht man das Kleidungsstück nur auszuziehen, auf einen Bügel zu hängen und im Spiegelschrank verschwinden zu lassen. Nach dem Duschen hängt das Hemd dann frisch gebügelt im Schrank. Im Obergeschoss stehen ein Bistro (Frühstücksbuffet, kalte und warme Speisen), Computer-Arbeitsplätze und Ruhezonen bereit. Ein Servicekonzept, das hoffentlich viele Nachahmer findet.

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Virgin Clubhouse, London-Heathrow

Das Wort „Lounge“ ist der Fluggesellschaft Virgin Atlantic zu gewöhnlich. Lieber nennt die Airline des Selfmade-Milliardärs Richard Branson den Wartebereich für ihre Premiumkunden Clubhouse. Und wie ein Club wirkt die Lounge im Terminal 3 von London-Heathrow denn auch. Das fängt bereits mit dem Empfang an: Wo sonst begrüßt ein echter Schuhputzer die Passagiere und pflegt deren Schuhwerk? Die Club-Atmosphäre setzt sich innen fort, wobei für das Interieur nicht ein verzopfter britischer Club Pate stand, hier steht modernes Retro-Design im Vordergrund. Von der Decke hängen zum Beispiel „Bubble Chairs“ aus Acryl.

Wer die Wartezeit nicht im Sitzen verbringen will, kann an einem himbeerroten Billardtisch ein paar Runden spielen. Oder sich im Loungekino auf roten Samtsesseln niederlassen. Oder die Süßigkeitentheke plündern. Oder im Restaurant essen, das neben À-la-carte-Speisen auch einen Afternoon Tea anbietet. Oder es sich im Wellnessbereich gut gehen lassen, wo man die Wahl hat zwischen Friseurbesuch, kosmetischer Gesichtsbehandlung, Maniküre, Pediküre, Massage oder Selbstbräuner-Dusche. Das Clubhouse kassierte nicht nur Designpreise, sondern wurde 2008 zum zweiten Mal in Folge von Skytrax als beste Business-Class-Lounge ausgezeichnet. Wir finden: zu Recht!