So ein Gerät kann mithilfe von Millimeterwellen Metalle, Kunststoffe und explosive Materialien erkennen. Der Sicherheitsbeamte sitzt in einem separaten Raum, und das Gesicht des Passagiers wird beim Scanning-Vorgang unkenntlich gemacht - denn natürlich enthüllen solche Scans auch ziemlich persönliche und private Phänomene wie Implantate, künstliche Darmausgänge und die Größe intimer Körperteile. Weshalb nicht nur Datenschützer gegen die Durchleucht-Geräte sind.
Obschon die Scans nicht gespeichert werden und der Passagier die Wahl zwischen Scan und Abtasten hat, war gerade in Europa die Aufregung groß. Vielleicht wurde die Aufregung durch die neuen US-Einreisebestimmungen verstärkt: Die Vereinigten Staaten führen 2009 eine Drei-Tage-Anmeldefrist für Besucher auch aus visumfreien Staaten wie Deutschland oder der Schweiz ein. Nicht nur das schweizerische Boulevardblatt "Blick" nannte die Amerikaner daraufhin "sicherheitssüchtig".
Die Diskussion zeigt, dass der Begriff "Sicherheit" für Passagiere, Sicherheitsmitarbeiter und fliegendes Personal nicht Identisches bedeutet. Während die Transportbehörden die Tendenz haben, sich zu verselbstständigen und Maßnahmen am Flughafen zu überschätzen, sorgen sich Piloten und Passagiere um andere Sachen.
Eine Hauptbeeinträchtigung für das Sicherheitsgefühl der Passagiere sind nämlich nicht Substanzen an Bord, sondern Turbulenzen in der Luft, obschon diese allein noch nie zum Absturz eines Flugzeugs geführt haben. Auf der Sorgenliste der Piloten stehen wiederum ganz andere Dinge: Brände im Frachtraum etwa oder Kollisionen auf dem Boden (die meisten Passagiere hingegen sind unbesorgt, sobald die Reifen die Erde berühren).
Trotzdem ist das Märchen verbreitet, dass ein modernes Flugzeug von allein fliegt. Dabei sind diese hoch komplizierte Meisterwerke der Ingenieurskunst, für deren Handhabung man hoch qualifizierte Leute braucht. So wie Sie für eine Laseroperation am Auge trotz modernster Geräte ja auch lieber einen Chirurgen einsetzen und nicht Ihre Freundin Loretta. Ebenso wenig würden Sie wollen, dass Loretta sich ins Cockpit setzt. Oder ich. Das wäre jedenfalls ein größeres Sicherheitsrisiko als ein Verzicht auf einen Body-Scanner.
Philip Tingler

