Passwort-Klau

US-Polizei FBI schnappt E-Mail-Betrüger in den USA

Die US-Bundespolizei FBI hat mehr als 50 Verdächtige festgenommen, die sich mit Phishing-Mails Zugang zu Bankkonten von Internetnutzern verschafft haben sollen. Die ägyptische Polizei meldet ebenfalls einen Fahndungserfolg. Die Ermittler sprechen von organisierter Kriminalität im Internet.

Foto: AP

Ermittler in den USA und Ägypten haben einen Ring von mutmaßlichen Internet-Betrügern gesprengt, die sich mittels gefälschter Nutzer-Identitäten Zugang zu Bankkonten verschafft haben sollen. Die US-Bundespolizei FBI nahm nach eigenen Angaben mehr als 50 Verdächtige fest. In Ägypten wurden zeitgleich 47 Menschen festgenommen.

Das FBI sprach vom größten Einsatz gegen Internet-Kriminalität in den USA. Laut der US-Bundespolizei erschlichen sich Computer-Hacker in Ägypten durch

Phishing-Methoden persönliche Zugangsdaten für die Bankkonten von tausenden US-Computernutzern. Mithilfe von Komplizen in den USA veranlassten sie betrügerische Überweisungen in Höhe von insgesamt etwa 1,5 Millionen Dollar (etwa eine Million Euro) auf die eigenen Konten. Den Verdächtigen werden insgesamt 51 Klagepunkte zur Last gelegt.

Das FBI ermittelte nach eigenen Angaben etwa zwei Jahre gegen die Verdächtigen, ehe diese in einer länderübergreifenden Razzia festgenommen wurden. Der Vizedirektor des federführenden FBI-Büros in Los Angeles, Keith Bolcar, sprach von einer „besorgniserregenden Entwicklung, wie sich Identitätsdiebstahl inzwischen verbreitet“.

Die Ermittlungen hätten gezeigt, dass sich Computer-Kriminelle international zusammenschlössen und ihre Talente bündelten, um „mit großer Gier“ Betrug an Nutzern zu begehen. Die FBI-Ermittlungen liefen unter dem Decknamen „Phishing Phry“.

Als „Phishing“ bezeichnen Experten das Erschleichen vertraulicher Zugangsdaten von Internet-Nutzern. Dabei werden Nutzer etwa mit betrügerischen E-Mails zur Preisgabe geheimer Daten gebracht. Eine weitere Methode seien Trojaner, die nach dem Herunterladen auf den Rechner sensible Daten wie Passwörter protokollieren können.

FBI-Direktor Robert Mueller sprach mit Blick auf die Razzia von einem „Cyber-Wettrüsten“, in dem sich Ermittler und Computerbetrüger derzeit ein Wettrennen lieferten. „Momentan sind uns die Cyber-Kriminellen zahlenmäßig noch überlegen“, sagte Mueller in einer Rede in San Francisco.

Bei Internet-Kriminalität gehe es nicht nur um finanziellen Schaden, sondern auch um die nationale Sicherheit, warnte der FBI-Chef: „Was zu Beginn wie eine normaler Phishing-Betrug aussieht, kann sich schließlich auch als Versuch von Terroristen entpuppen, einen Anschlag zu finanzieren.“