Mehrere hundert ungeduldige Kunden haben am Dienstagmorgen in Istanbul den ersten Media-Markt der Türkei gestürmt. Viele Menschen hatten sich Decken, Stühle und Thermoskannen mit Tee mitgebracht und übernachteten vor dem Markt im asiatischen Stadtteil Ümraniye, wie Fernsehsender berichteten. Die deutsche Elektronik-Kette hatte in den Tagen vor der Geschäftseröffnung mit Zeitungsanzeigen und großflächigen Plakaten geworben und niedrige Einstiegspreise unter anderem für Computer und Plasma-Fernseher angekündigt. Laut Presseberichten lagen einige der Preise 50 Prozent unter dem bei anderen Anbietern üblichen Niveau.
Raufereien wie bei der kürzlichen Eröffnung des Media-Marktes am Berliner Alexanderplatz blieben in Istanbul aus. Etliche Kunden nahmen während des Wartens vor Sonnenaufgang das frühmorgendliche „Sahur“-Mahl im Ramadan ein. Für Unmut sorgte allerdings ein Schild mit der Aufschrift „Verkauft“, das lange vor der Ladenöffnung auf einem Fernseher in dem Geschäft zu sehen war. Zudem sorgte der Andrang vor dem Media-Markt für zusätzliche Probleme im morgendlichen Berufsverkehr in der Umgebung.
Der wirtschaftliche Aufschwung in der Türkei in den vergangenen Jahren hat insbesondere in den relativ wohlhabenden westlichen Landesteilen den privaten Konsum kräftig angekurbelt. Zeitungsberichten zufolge wollen demnächst weitere ausländische Elektronik-Unternehmen in der Türkei Filialen eröffnen. Dazu gehören Virgin Megastores und die US-Firma Radio Shack.
AFP/lw





