Wenn das neue iPhone 3G so vor einem liegt, ist kaum ein Unterschied zu erkennen. Zum Glück, es sieht noch immer schnittig aus. Wegen der kurvigen Formen auf der Rückseite fühlt es sich aber noch geschmeidiger an als das Vorgängermodell. Am meisten gespannt war ich darauf, wie schnell das neue iPhone ist, immerhin unterstützt es UMTS. Internetseiten baut es tatsächlich deutlich schneller auf als das erste iPhone ohne 3G.
Mitten in der Berliner Innenstadt brauchte das iPhone aber etwa 15 Sekunden, um eine Seite darzustellen. Ich habe die gleiche Seite über ein WLAN-Netzwerk aufgerufen. Da hat es nur drei bis vier Sekunden gedauert. Beeindruckend fand ich den klaren Klang, sowohl beim Telefonieren als auch beim Musikhören. Zumindest über Kopfhörer. Wegen eines Standardanschlusses kann man jetzt auch gute Kopfhörer und nicht mehr nur Ohrstöpsel einsetzen, ohne einen Adapter benutzen zu müssen.
Auf eine Funktion war ich sehr gespannt: Apple liefert das iPhone 3G mit GPS-Ortung aus. Davon ist kaum etwas zu bemerken, nicht viel weist auf diese neue Funktion hin. Erst nachdem ich ein Foto geschossen oder Google Maps aufgerufen hatte, machte mich die iPhone-Software darauf aufmerksam. Jetzt lassen sich Bilder machen und mit Informationen über den Aufnahmeort verbinden. Zum Navigieren durch die Straßen reicht das GPS-System keinesfalls aus.
Der bereits installierte Routenplaner zeigt nur grob die Richtung an, eine Sprachansage fehlt. Das iPhone 3G kann auf keinen Fall ein Navigationsgerät im Auto ersetzen. Ich habe mich auf der Karte eine Zeit lang als Symbol verfolgen können, aber als ich in eine Straße mit hohen Häuserfronten einbog, war davon nichts mehr zu sehen.
Apple hat aber einige nützliche Funktionen in das neue iPhone eingebaut. Dazu gehört, dass Eltern kontrollieren können, welche Anwendungen ihre Kinder nutzen dürfen. Endlich gibt es auch eine Suchfunktion für die Adressen, und das neue Modell arbeitet wesentlich besser mit Firmennetzwerken zusammen. Tatsächlich habe ich für die erste Installation nur wenige Klicks und Minuten gebraucht.
Danach haben sich die Daten zwischen Firmen-Server und iPhone automatisch und schnell abgeglichen. Nur wenige Sekunden, nachdem E-Mails in meinem Firmen-Postfach landeten, waren sie schon auf dem iPhone zu sehen. Für Geschäftsanwendungen außerdem interessant: Das iPhone 3G kann PowerPoint-Dokumente öffnen.
So schnell und komfortabel das Websurfen über UMTS auch ist: Schon nach zwei Stunden verfügte der Akku über nur noch ein Drittel seiner Leistungsfähigkeit. Da drohen zahlreiche Ladungen und eine kurze Lebenszeit. Austauschen lässt sich der Akku aber auch bei dem neuen iPhone nicht, das erledigt - für viel Geld - Apple.
Schon für einen Euro gibt es das iPhone 3G. Das gibt es aber nur bei einem zweijährigen Vertrag und einer monatlichen Grundgebühr von 69 oder 89 Euro. Wer nur 29 Euro pro Monat zahlen und 16 Gigabyte Speicher haben möchte, muss 249,95 Euro für das Telefon zahlen. Dafür fehlt eine ganze Menge, zum Beispiel Sprachsteuerung, Instant-Messaging und MMS. Es lassen sich also auch mit dem neuen iPhone keine Fotos verschicken. Die schwache Zwei-Megapixel-Kamera verfügt aber ohnehin über keinen Zoom und Blitz und liefert auch nur mittelmäßig gute Aufnahmen.
Wichtiger aber als das neue Gerät wird die neue, häufig kostenlose Software sein, die man über den App-Store herunterladen kann. Zum Angebot gehören Lernprogramme und Spiele. Bei einem Rennspiel zum Beispiel dient das iPhone als Lenkrad: Wer das Telefon nach links kippt, steuert sein Auto ebenfalls nach links. Dazu gibt es Software, um zum Beispiel über freie WLAN-Funknetzwerke, also über Internet, zu telefonieren oder sein Auto auf dem Parkplatz wiederzufinden. Praktisch: Alle Programme lassen sich von unterwegs herunterladen. Man braucht keinen Computer dafür.
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