Der Computer hat sich längst vom reinen Nutzgerät zum Designobjekt entwickelt. Nicht nur Notebooks sind schicker geworden, auch PC-Türme gibt es in verschiedenen Formen und sogar in Farben jenseits von Beige und Grau. Wem das nicht reicht, der muss selbst aktiv werden und zum Case-Modding greifen. Das Wort „Case-Modding“ bedeutet übersetzt „das Gehäuse verändern“. Dabei ist es egal, ob es nur ein Aufkleber ist, der am Computer angebracht wird, oder die andersfarbige Lackierung des PC-Gehäuses.

Sebastian Gollus, ein sogenannter Case-Modder, erklärt auf der Webseite casemod-freax.de wie das mit dem Case-Modding funktioniert: „Die effektvollste und in der Regel auch erste Modifikation ist es, ein Fenster in das Gehäuse des Computers einzubauen“, sagt Gollus. Das bietet freie Sicht auf das Innenleben des Rechners. Baut man in das Gehäuse noch Leuchtdioden, wirkt das Ganze schon recht schick.

Doch mit so einfachen Veränderungen wie einem Fenster im Gehäuse geben sich eingefleischte Case-Modder nicht zufrieden. Arnt Kugler vom Computerportal „Chip Online“ in München beobachtet die Case-Modding-Szene schon seit Jahren: „Manche verwandeln ihr PC-Gehäuse in einen Alien oder in Miniatur-Autos.“ Auch der Einbau einer Wasserkühlung sei beliebt. Die sehe gut aus und sei leise.

Am Anfang ist der Lüfter

Auch Lars Mührenberg ist begeisterter Case-Modder. Auf seiner Webseite caseumbau.de gibt er Tipps und Anleitungen. „Man fängt am Besten mit einem beleuchteten Lüfter an“, sagt Mührenberg. Den gibt es in Elektromärkten bereits ab neun Euro. „Vom Prinzip her kann das auch ein Laie. Das sind nur vier Schrauben, die man austauschen muss, um den alten Lüfter mit dem neuen zu ersetzen.“

Wer noch nie einen Computer aufgemacht hat, sollte beim ersten Mal besonders vorsichtig sein. Das Ausschalten des Computers reicht nicht - er muss komplett von der Stromversorgung abgetrennt sein, um einen Stromschlag zu vermeiden. Und wird der Rechner beim Case-Modding beschädigt, kann sich der Bastler nicht auf die Herstellergarantie oder das Gewährleistungsrecht berufen.

Mit 50 Euro ist man dabei

Ist das PC-Gehäuse aufgeschraubt, kann man die Hardware ausbauen. „Das leere Gehäuse lässt sich nun beliebig bearbeiten“, sagt Gollus. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. „Das Angebot an Case-Mod-Utensilien ist sehr groß“, sagt Computerexperte Arnt Kugler. „Von leeren Gehäusen über Aufklebern bis hin zu Lampen gibt es alles.“ Die Preise halten sich dabei in Grenzen. 2Für 50 Euro kann man schon viel machen und den PC zum Leuchten bringen.“

Wie für jede Bastelarbeit braucht man auch für die PC-Verschönerung vor allem Zeit. „Leute, die bei der Deutschen Casemod Meisterschaft antreten, arbeiten an ihren Projekten meist mehrere Wochen und Monate. Bei kleineren Projekten kommt man auch mit einem langen Wochenende hin“, sagt Sebastian Gollus. Lars Mührenberg arbeitet fast ständig an einem PC-Gehäuse. „Das ist ein Hobby. Wenn man mit einem Projekt durch ist, kommt das nächste.“

dpa