Anbieter für Fotodienste gibt es viele: Drogerien, Elektronikmärkte, Internetfirmen und sogar Lebensmitteldiscounter. Bei zwölf Anbietern hat die Stiftung Warentest Wandkalender bestellt. Die Offenbarung: Hinter den meisten verbirgt sich eine Handvoll Großlabore. Händler wie Aldi, dm, Lidl und Saturn treten nur als Vermittler auf. Ihre Aufträge leiten sie an einen der vier Großlaborbetreiber weiter. Die Labore stellen die Software zur Verfügung und drucken die Kalender.

Cewe druckt unter anderem für dm, FotoInsight, OnlineFotoservice und Promarkt. Die Fotokalender zeigten gleichbleibend brillante Farben, eine feine Auflösung und ausgewogenen Kontrast. Auch die über Saturn bestellten Kalender kamen von Cewe, allerdings mit leichten Fehlern. Unterm Strich lieferte Cewe dennoch die höchste Qualität im Test.

Ganz anders Orwo: Das Unternehmen druckt unter anderem für Aldi und Rossmann. Je ein Kalender kam mit deutlichen Farbaussetzern aus dem Labor. Auch die übrigen für Aldi und Rossmann gedruckten Kalender sahen mäßig aus. Bilder waren teilweise zu hell, hatten zu viel Kontrast. Bei Aldi heißt die Note für die Bild- und Materialqualität ausreichend, bei Rossmann gerade noch befriedigend.

Bei fast allen Fotodiensten können Besteller ihre Fotos automatisch verbessern lassen. Das Labor passt dann Farben und Kontraste an, entfernt rote Augen, hellt Schatten auf – je nachdem ob die Software Strandszenen, Schneelandschaften oder Gesichter erkennt. Mit wenig Aufwand geknipste Urlaubs- oder Familienfotos verbessern sich dadurch oft.

Die Stiftung Warentest verwendete hauptsächlich professionell erstellte Bilder und orderte die Kalender ohne Bildoptimierung. Trotzdem traten bei allen Anbietern Veränderungen zum Original auf. Farbschwankungen wurden glattgebügelt, Konturen teilweise leicht geschärft und Farben manchmal übersättigt. Ärgerlich für Fotografen, die genau das nicht wollen. Everpixx veränderte Fotos besonders deutlich: An Kanten entstanden weiße Ränder. Die Sonne bekam einen grünen Kranz. Farben waren stark übersättigt. Wer mit dem gelieferten Kalender unzufrieden ist, hat oft schlechte Karten. Trotz Onlinebestellung besteht kein Widerrufs- und Rückgaberecht. Grund: Die Labore drucken individuell nach den Wünschen des Bestellers. Reklamationen akzeptieren die Anbieter nur, wenn der Kalender nicht dem technischen Standard entspricht. Im Klartext: Kalender mit Farbaussetzern wie bei Aldi und Rossmann lassen sich reklamieren. Tippfehler oder zu niedrige Auflösung der Fotos begründen dagegen keinen Ersatzanspruch. Ausnahme: Die Cewe-Partner im Test sowie Rossmann versprechen volle Kostenerstattung bei Unzufriedenheit.

Tipp: Bestellen Sie Kalender im Oktober oder November. Die Labore sind dann nicht so ausgelastet wie kurz vor Weihnachten. Rechnen Sie die Lieferzeit ein. Die Kalender von Photographerbook kamen im Schnitt nach 3 Tagen. Printeria brauchte durchschnittlich 15 Werktage.

Weitere Informationen: Zeitschrift test 10/2012 und www.test.de/fotodienste