Plötzlich waren sie da, die Bubble-Tea-Läden in deutschen Innenstädten. Allein in den ersten vier Monaten dieses Jahres hat Bubble Tea etwa 4 Millionen Euro Umsatz erzielt. Grund genug, das Trendgetränk genau zu untersuchen. Die Stiftung Warentest hat exemplarisch vier Sorten Bubble Tea der Ketten BoboQ und Boobuk ins Labor geschickt. Der Schnelltest zeigt: Bubble Tea ist kein natürliches Teegetränk, sondern ein künstlicher Softdrink.

Gerade bei Teenagern ist das quietschbunte Mixgetränk besonders beliebt. Doch jedes siebte Kind zwischen 3 und 17 Jahren ist übergewichtig. Einer der Gründe: zu viel Süßes. Und auch das neue Teegetränk ist keine gute Alternative zu Limo und Co. Ein 0,5-Liter Becher Bubble Tea im Test enthielt 90 Gramm Zucker, das entspricht 30 Stück Würfelzucker. Mit 500 Kilokalorien hatte dieser Bubble-Trunk auch den höchsten Brennwert.

Was den Bubble Tea so verführerisch macht, sind die bunten Farben. Doch die stammen meist aus Farbstoffen. In drei der vier untersuchten Sorten fanden die Tester synthetische Azofarbstoffe, die im Verdacht stehen, bei Kindern zu Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsdefiziten zu führen. Auch drin: Sorbinsäure. In drei getesteten Bubble Teas konnte der Konservierungsstoff nachgewiesen werden.

Auch das Fruchtige im Bubble-Drink kommt nicht aus der Natur. In der Aromaanalyse konnten die Warentester Fruchtaromen nur in sehr geringen Mengen nachweisen. Hauptsächlich bestehen die Mixgetränke aus einem synthetischen Fantasiearoma. Und das schmeckt man auch: Als künstlich, bonbonartig und sehr süß beschrieben die Tester die Bubble Teas. Der Fruchtgeschmack erinnerte sie an Dosenware.

Geschmack hin oder her, Bubble Tea birgt auch ein Risiko. Kinder und Jugendärzte warnen schön länger vor den Perlen und Stückchen. Wenn sich Kleinkinder daran verschlucken, bestehe auch die Gefahr von Erstickungsanfällen. Die Prüfer im Labor stellten außerdem fest: Auch Erwachsene Bubble-Tea-Trinker können sich beim Ansaugen der Perlen und Stückchen leicht verschlucken.

Beruhigen kann die Stiftung Warentest hingegen zu Schadstoffen im neuen Trendgetränk. Weichmacher konnten in den getesteten Bubble Teas nicht nachgewiesen werden. Auch positiv: Kein Becher enthielt Salmonellen oder andere krankmachende Keime.

Jeder Trend hat seinen Preis, auch Bubble Tea. Drei bis vier Euro zahlten die Tester für die beliebten 0,5-Liter Becher. Was den Geldbeutel schrumpfen lässt, füllt die städtischen Abfalleimer. Als To-Go-Getränk entsteht bei jedem Becher Bubble Tea auch jede Menge Müll.

Weitere Informationen: Zeitschrift test 7/2012 und www.test.de/thema/kaffee