Stiftung Warentest

Die EU drosselt Staubsauger – Testsieger reichen 870 Watt

Nicht die Kraft des Motors ist entscheidend, sondern die Konstruktion des gesamten Staubsaugers. Das haben Tests der Stiftung Warentest ergeben.

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Neue Anforderungen der EU-Öko-Design-Richtlinie sorgen für Verunsicherung. Staubsauger müssen bald Strom sparender saugen. Ab September dürfen neue Geräte nur noch 1 600 Watt ziehen, drei Jahre später nur noch 900. Ist die Saugkraft dann dahin? Nein, schreibt die Stiftung Warentest in der Februar Ausgabe ihrer Zeitschrift test. Die 15 geprüften Geräte zu Preisen von 40 bis 229 Euro nehmen weniger als 1 400 Watt Leistung auf. Sieben schneiden gut ab. test erläutert: Nicht die Kraft des Motors ist entscheidend, sondern die Konstruktion des gesamten Staubsaugers. Die Düsen müssen aerodynamisch geformt und richtig auf das Gerät abgestimmt sein.

Siemens hat Testsieger nicht mehr im Sortiment

Das beste Beispiel dafür liefert der Siemens Q5.0 Extreme Silence Power. Ihm genügen rund 870 Watt für gute Saugergebnisse. Ausgerechnet ihn hat Siemens aus dem Sortiment genommen. Dabei erfüllt er in puncto Leistungsaufnahme schon jetzt die EU-Anforderung für 2017 und ist damit auch Testsieger – gleichauf mit dem Miele S8340 EcoLine.

Fast alle guten Staubsauger im Test kosten mehr als 100 Euro. Gute Schnäppchen sind die Ausnahme. Von sechs Billiggeräten zwischen 40 und 85 Euro saugen drei befriedigend, eins ausreichend, zwei sogar mangelhaft. Nur ein Staubsauger, den Aldi (Nord) im Juli 2013 für 80 Euro als Aktionsware anbot, saugte gut. Produziert hat ihn ein allerdings ein Unternehmen, dessen Modelle in den Tests regelmäßig vorne dabei sind.

Ob ein Sauger mit Beuteln arbeitet oder beutellos mit einer Staubbox, ist für die Qualität nicht entscheidend. Gute Geräte finden sich in beiden Gruppen. Auf Teppichboden saugen vier Beutelsauger und ein Staubboxsauger gut. Auch die Fähigkeit, Feinstaub im Gerät zu halten, ist keine Systemfrage.

Beutel sind praktischer und hygienischer

Sehr gut schaffen das jeweils zwei Sauger mit und ohne Beutel. Allerdings ist es beim Leeren einer Box kaum möglich, sich den Staub komplett vom Leib zu halten. Das ist vor allem für Hausstauballergiker problematisch. Hier sind Beutel praktischer, die zwar zusätzlich kosten, aber einfach und sauber in den Müll wandern.

Besitzer haariger Haustiere sollten auf die Faseraufnahme des Geräts achten, raten die Warentester. Im Test nehmen nur vier Modelle Fasern sowohl von Teppich als auch von Polstern gut auf. Eingesaugte Tierhaare fangen nach kurzer Zeit an zu riechen. Deshalb empfiehlt sich für Haustierfreude eher ein kleiner Staubbeutel, der sich schnell füllt, oder eine Staubbox. Sie kann nach jedem Saugen geleert werden, bevor Gerüche entstehen – ohne Zusatzkosten.

Seinem Namen alle Ehre macht der Extreme Silence Power von Siemens. Er saugt mit Abstand am leisesten. Geräuscharm zeigt er als einer der beiden Testsieger, was die derzeit geschürten Wattängste sind: Viel Lärm um nichts.

Weitere Informationen: www.test.de/staubsauger