Deutsche Mieter zahlen einem Bericht zufolge insgesamt 250 Millionen Euro im Jahr zu viel an ihre Vermieter. Das berichtete die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf den Deutschen Mieterbund. Jede dritte der jährlich drei Millionen verschickten Mieterhöhungen ist demnach fehlerhaft.

Jeder Betroffene zahle im Schnitt 250 Euro zu viel Miete. „Zu viele Mieter akzeptieren die Mieterhöhungsforderungen der Vermieter anstandslos, anstatt sie vorher auf Rechtmäßigkeit zu überprüfen“, zitierte das Blatt den Mieterbund-Sprecher Ulrich Ropertz. Die Verbraucher können sich wehren. Eine Mieterhöhung wird nur wirksam, der Mieter ihr innerhalb einer Frist von zwei Monaten voll zustimmt. Stimmt er nicht zu muss der Vermieter klagen.


Der Bundesgerichtshof (BGH) stärkte mit einem Urteil im Dezember Vermietern bei Mieterhöhungen den Rücken. Die Wohnungsbesitzer dürfen dabei ohne komplexe Ausführungen auf einen Mietspiegel verweisen. Stützt sich das Schreiben des Vermieters, mit dem er die Miete anheben will, auf einen sogenannten qualifizierten Mietspiegel, dann genügt die Angabe, in welchem Feld eines gerasterten Mietspiegels die Wohnung angesiedelt ist.

Ein qualifizierter Mietspiegel muss von den zuständigen Verbänden anerkannt sein und wird im Zwei-Jahres-Rhythmus an die Marktentwicklung angepasst. Zahlreiche Gerichte erklärten bisher Mieterhöhungen für unwirksam, weil Detailangaben fehlten.

AP/dpa/dma