Elektronikhandel

Media Markt darf sich mit Schnäppchen rühmen

Wichtiger Erfolg für den Media Markt und die Media-Saturn-Holding: Ein Gericht hat die Klage von Verbraucherschützern abgewiesen, nach der die Elektrokette illegale Lockvogelangebote benutzt habe. Laut Urteil war der Verkauf eines DVD-Spielers für 19 Euro zulässig, obwohl er vielerorts nach wenigen Stunden vergriffen war.

Die Elektromärkte der Media-Saturn-Holding haben mit einer Werbeaktion für DVD-Player zum Schnäppchenpreis nicht gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen. Eine Klage des Verbraucherzentrale-Bundesverbandes (VZBV) wies die Kammer für Handelssachen beim Landgericht Ingolstadt ab. Das Gericht befand, dass es sich beim Verkauf der Abspielgeräte in Media-Markt-Filialen am 2. Januar 2006 nicht um ein unzulässiges Lockvogelangebot ohne ausreichend Vorrat gehandelt habe. Die Geschäfte hätten sich vielmehr angemessen auf die zu erwartende Nachfrage eingestellt.

Passend zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland hatte die Media-Saturn-Holding in Ingolstadt zum Jahresbeginn unter dem Motto „Die beste Elf des Jahres“ eine Aktion mit elf Elektroartikeln zu Sonderpreisen gestartet. Am 2. Januar waren DVD-Player an der Reihe, das Stück zu 19 Euro. Kunden stürmten die deutschlandweit gut 200 Filialen, in einzelnen Märkten waren die Geräte schon nach kurzer Zeit vergriffen. Dies nahm der VZBV zum Anlass für seine Klage. Die Verbraucherschützer waren überzeugt, es habe sich um eine irreführende Werbeaktion gehandelt.


Die Ingolstädter Kammer für Handelssachen kam zu der Überzeugung, es liege kein Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht vor. In dem einen oder anderen Media-Markt könnte es zwar Engpässe bei den angebotenen DVD-Playern gegeben haben, befand der Vorsitzende Richter Konrad Kliegl. Alles in allem hätten die bundesweit gut 200 Geschäfte aber genügend Abspielgeräte geordert gehabt. Die Händler hätten sich an ähnlichen Aktionen früherer Jahre orientiert und mit knapp 200.000 Stück sogar deutlich mehr DVD-Player angeboten.

„Damit, dass die einzelnen Media Märkte bei Geschäftseröffnung förmlich überrannt werden und der DVD-Player trotz einer angemessenen Bevorratung bereits nach kurzer Zeit vergriffen war, mussten die Media Märkte nicht rechnen“, heißt es in einer schriftlichen Erklärung des Gerichts. Nach Auffassung des VZBV in Berlin erscheint das Urteil nur auf den ersten Blick negativ. „Bei genauem Hinsehen ist das Ergebnis für uns überwiegend positiv“, sagte VZBV-Sprecherin Kerstin Hoppe. Denn das Gericht habe erstmals bestätigt, dass bei Wettbewerbsverstößen die Media-Saturn-Holding und nicht einzelne Elektromärkte zuständig seien.