Wie also zu Eigenkapital kommen? Wer ansparen muss, achtet am besten darauf, immer die besten Zinskonditionen zu nutzen. Flexible Formen wie Tagesgeld und Festgeld bieten sich an - und frühe Planung. Denn für eine Immobilie müssen junge Paare und Familien lange sparen.
Mit Nebenkosten rechnen
"Mit Preisen zwischen 100.000 und 300.000 Euro müssen Sie rechnen", sagt Christiane Kienitz, Baufinanzexpertin der Verbraucherzentrale Hessen - mal kann man eine Eigentumswohnung finanzieren oder auch ein Eigenheim. Ein Fünftel davon wären also 20.000 oder 60.000 Euro. Damit sind Sparer aber noch nicht bei 20 Prozent Eigenkapital.
Auf keinen Fall dürfen die Baunebenkosten vergessen werden. Dazu gehören Makler- und Notarhonorare, die Gebühr für den Grundbucheintrag, die Grunderwerbsteuer, oder auch Extrakosten für Verzögerungen bei den Bauarbeiten und die Ausgaben für den Umzug, zählt der Verband Privater Bauherren (Berlin) auf.
Von der Gesamtsumme sollten vor dem Verhandeln über einen Baukredit schon größere Teile vorhanden sein. Wer viel mitbringt, ist den Banken als Darlehensnehmer lieber - er bekommt also bessere Konditionen. Nach Angaben des Verbandes der Privaten Bausparkassen (Berlin) zahlen Kunden ohne Eigenkapital etwa 0,5 Prozent mehr Zinsen für den Kredit "als Risikoaufschlag". Die meisten aber haben nach Kienitz' Erfahrung doch wenigstens 20 Prozent flüssig - wie oft empfohlen wird.
Für die richtige Ansparform gibt es kein Patentrezept. "An erster Stelle steht: Das Geld muss sofort verfügbar sein", sagt Kienitz. Sparkonten, Tagesgeld und drei- bis sechsmonatige Festgelder kommen dabei in Frage. "Auch Aktien können es sein", etwa als Fondssparplan, meint Kienitz.
Weniger geeignet findet sie Kapitallebensversicherungen und den Bausparvertrag. Denn bei diesen Sparformen ist das Geld nicht jederzeit abrufbar. Bausparverträge würden ausschließlich geschlossen, um von den anschließend günstigeren Konditionen beim Darlehenszins zu profitieren. Die Zinsen in der Ansparphase aber seien vergleichsweise niedrig, so Kienitz.
Hohe Zinsen beim Tageskonto
"Wer auf zehn oder 15 Jahre Eigenkapital ansparen will, sucht sich das am besten verzinste Tagesgeldkonto. Da gibt es in der Spitze etwa 4,0 Prozent", sagt Arno Gottschalk, Baufinanzexperte der Verbraucherzentrale Bremen. Das erreiche kein Banksparplan.
Bausparverträge würden nur mit gut 1,0 Prozent verzinst - "Was mir da an Guthaben entgeht, kann ich beim Darlehen später nicht wieder gutmachen." Besser sei es, ein Guthaben vom Tagesgeldkonto immer wieder über gewisse Zeiträume als Festgeld anzulegen. Damit ließen sich höhere Zinsen erzielen.
Eigenkapital ist nicht nur als Verhandlungsmasse im Gespräch mit der Bank wichtig. Nach Einschätzung von Verbraucherschützern ist es nicht nur teurer, sondern auch zu unsicher, einen Kredit über die ganze Bausumme aufzunehmen. "Wir warnen vor der 100-Prozent-Finanzierung. Das ist heute nur noch etwas für Beamte, die eine Erbschaft erwarten", sagt Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren. Um solche Angebote zu nutzen, sollten Sparer örtlich gebunden und mit einem kontinuierlich steigenden, garantierten Einkommen ausgestattet sein.



