Morgenpost-Ratgeber

Verbraucher: Zahnersatz – Welche Kosten übernimmt die Kasse?

Was tun, wenn die Rente für den Zahnersatz nicht reicht? Unsere Expertin informiert über Festzuschüsse und rät zum Nachhaken

Zahnersatz kann teuer werden. Verbraucherschützer raten zum Kosten-Vergleich

Zahnersatz kann teuer werden. Verbraucherschützer raten zum Kosten-Vergleich

Foto: Cornelis Gellhardt / proDente e.V.

Ich benötige eine Krone im Seitenzahnbereich. Mein Zahnarzt meinte, da kommen Kosten im dreistelligen Bereich auf mich zu. Welche Kosten übernimmt die Krankenkasse? Und was passiert, wenn ich mir das als Rentnerin nicht leisten kann?

Dörte Elß, Bereichsleiterin der Verbraucherzentrale Berlin: Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen 50 Prozent Festzuschuss in der Regelversorgung, die die Standardtherapie, also Leistungen, die ausreichend, notwendig und wirtschaftlich sind, umfasst. Das ist in Ihrem Fall Nicht-Edelmetall, im sichtbaren Zahnbereich wird eine zahnfarbene Teilverblendung bezuschusst. Der Zahnarzt erstellt für Zahnersatz einen Heil- und Kostenplan, der bei der Krankenkasse eingereicht werden muss. Er enthält die geplante Versorgung und die voraussichtlichen Kosten.

Festzuschuss bedeutet, dass alle Versicherten bei gleichem Befund den gleichen Betrag als Zuzahlung von der Krankenkasse bekommen. Wenn Ihre jährlichen Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt seit 5 Jahren im Bonusheft dokumentiert sind, erhöht sich der Zuschuss auf 60 Prozent, nach 10 Jahren auf 65 Prozent der Kosten. Bei niedriger Rente kann ein Härtefall vorliegen. Dann zahlt die Kasse hundert Prozent für die Regelversorgung. Die Einkommensgrenze liegt 2017 bei monatlichen Bruttoeinnahmen von 1.190 Euro für Alleinstehende (mit einem Angehörigen bei 1.636,25 Euro, plus 297,50 Euro für jeden weiteren Angehörigen). Diese Härtefallregelung müssen Sie bei Ihrer Krankenkasse beantragen.

Liegen Sie nur wenig über der Einkommensgrenze, können Sie dennoch einen höheren Festzuschuss bekommen. Die Krankenkasse berechnet den individuell möglichen Zuschuss. Fragen Sie nach. Wer höherwertigeren Zahnersatz möchte, muss auch im Härtefall dafür zuzahlen.

Ein Kostenvergleich ist empfehlenwert. Kostenlos überprüfen qualifizierte Zahnärzte in den Patientenberatungsstellen der Kassenzahnärztlichen Vereinigungen und Zahnärztekammern die vorgeschlagene Therapie und Kosten. Auch Krankenkassen bieten ärztliche Zweitmeinungen an. Weitere Infos finden Sie online unter www.kostenfalle-zahn.de der Verbraucherzentralen.

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