TIERE – Britta M. lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Brieselang im Landkreis Havelland. Die Familie wohnt in einem Haus mit eigenem Garten und Feldern und Äckern im Umkreis. Eine gute Umgebung, um ein Haustier für die Familie anzuschaffen, meint Britta M.

Allerdings ist sie unsicher, ob es eher ein Hund oder eine Katze sein soll. Ihr ältester Sohn ist gerade zwei Jahre alt, der kleine Sohn wurde sogar erst vor einem Monat geboren. Welches Tier ist im Sinne der Kinder geeigneter und was ist im Sinne der Tiere, möchte sie wissen. Eigentlich hätte sie gern einen Hund, hat aber gehört, dass Kleinkinder in das Beuteschema von Hunden passen. Könnte ein Hund im Haushalt unter Umständen gefährlich für das Baby werden?

Der Tierarzt Andreas Ochs rät zu einem Familienhund: „Natürlich bleiben Horrorgeschichten von Hunden, die Säuglinge oder Kleinkinder verletzt haben, lange im Gedächtnis. Tatsächlich kommen sie aber selten vor, und meistens sind nur wenige Vertreter bestimmter Hunderassen für solch ein Verhalten bekannt. Die Fans von sogenannten Kampfhunden mögen es mir bitte verzeihen, aber alles, was in diese Richtung geht, halte ich als Familienhund für wenig geeignet. Und ja, auch wenn die ‚immer ganz lieb zu den Kleinen sind und auch so liebevoll mit Kleinkindern spielen‘.

Einige Rassen wurden schon seit teilweise Hunderten Jahren auf aggressives Verhalten hin gezüchtet und auch wenn ihr Halter ein friedvoller Mensch ist und bei der Erziehung und Haltung alles richtig macht, kann sich diese trotzdem latent vorhandene Grundaggressivität im Verhalten auch mal wieder bemerkbar machen. Deswegen würde ich für ein großes Grundstück auf dem Lande und eine vierköpfige Familie mit kleinen Kindern, Vertreter solcher Rassen empfehlen, die schon für ihre Familienfreundlichkeit bekannt sind.

Da käme beispielsweise ein Labrador infrage. Der braucht viel Bewegung und würde die reichlichen Auslaufmöglichkeiten um das Haus herum bestimmt gut nutzen. Ein Besuch im Tierheim wäre eine weitere Möglichkeit – es muss ja nicht immer ein Rassehund sein. Dort warten viele Mischlinge, von denen oftmals bekannt ist, welche Charaktereigenschaften sie haben und wie sie sich Kindern gegenüber verhalten. Fast auf „Nummer sicher“ gehen Familien natürlich mit einem Golden Retriever – dem klassisch-unkomplizierten Familienhund, der sich sehr kompatibel auch viel von Kindern gefallen lässt, ohne es gleich übel zu nehmen.

Hier wären wir übrigens bei einem ganz wichtigen Punkt: Es kommt vor allem darauf an, dass die Eltern ihren Kindern beibringen, wie sie mit einem Hund umzugehen haben. Kinder müssen lernen, dass gerade auch ein Hund Respekt und seine Ruhe- und Rückzugszeiten benötigt. Als Eltern müssen sie ihren Kindern verdeutlichen, dass der vierbeinige Gefährte seine Stimmungen auf eine andere Art äußert, als ein Mensch das tun würde. Das ist eigentlich das Wichtigste um Unfälle, die meist auf einem gegenseitigen Missverstehen beruhen, zu vermeiden.

Nun bin ich noch gar nicht auf die Katzen eingegangen: Nicht nur, dass ich eine Katze als (Spiel-)gefährten generell für wenig geeignet halte, die Familie wird in ländlicher Umgebung wahrscheinlich sowieso irgendwann zum mehr oder weniger freiwilligen Betreuer diverser herumstreunender Katzen werden.“