Ich nehme meinen Hund zum ersten Mal auf eine lange Urlaubsfahrt im Auto mit. Worauf muss ich bei so einer Tour achten? Und wie bereite ich ihn am besten auf die Reise vor?

Andreas Ochs, Tierarzt im Berliner Zoo, antwortet: Es gibt Hunde, die finden Autofahren einfach toll. Sie nehmen regen Anteil am Geschehen draußen, bellen einen nichtsahnend auf dem Bürgersteig an der Leine ziehenden Artgenossen an,genießen den Fahrtwind und seine verschiedenen Düfte und freuen sich auf das Ende der Fahrt, an dem oft ein aufregender Spaziergang abseits aller bekannten Gerüche und Eindrücke steht. Kurzum sie haben Spaß daran.

Vorher keine reiche Mahlzeit anbieten

Es gibt aber auch Hunde, die Autofahren einfach nur zum Kotzen finden. Das sind wirkliche „Problemkinder“, denn der plötzlichen Übelkeit ist schwer zu begegnen. Zu welchem Typ Ihr Hund gehört, finden Sie schnell heraus. Natürlich hilft es, den Tieren vorher möglichst keine reiche Mahlzeit anzubieten, aber fast jeder Hundebesitzer weiß, dass im Ernstfall keine Garantie auf „Dichtheit“ besteht und ihre Lieblinge fähig sind, auch noch aus der hintersten Magenecke Inhalt nach oben und außen zu befördern.

Einige Hunderassen sind bekannt dafür, problematische Beifahrer zu sein. Der Irish Setter etwa ist so ein Kandidat. Manchmal führen einfach auch in der Vergangenheit erlebte traumatische Situationen im Auto zur Abneigung.

In solchen Fällen hilft nur, dem Hund immer wieder und möglichst langsam und geduldig das zunächst unbewegte Auto vertraut zu machen. Schmackhaft wäre auch das richtige Wort, denn alles, was sich an Positivem mit dem Auto verbindet, prägt sich für die spätere Fahrt ein.

Platz, Luft und Medikamente gegen Reiseübelkeit

Geht es nun auf längere Reise, dann muss dem Hund genügend Platz im Auto zur Verfügung stehen. Wer einen Kombi hat, ist klar im Vorteil. Ein Hund auf dem Beifahrersitz sieht zwar sehr schick aus und diese Position gefällt zugegebenermaßen auch manchem Vierbeiner, aber aus Gründen der Sicherheit gehört sich das ebenso wenig wie der Aufenthalt auf dem Schoß des Fahrers oder im Fußraum! Für den Transport auf der Rückbank gibt es verschiedene Lösungen (einhängbare Netze oder Decken), die den Hund auch bei plötzlichen Bremsmanövern sicher an Ort und Stelle halten.

Frische und zugfreie Luft während der Fahrt sind genauso wichtig wie gelegentliche Pausen an schattigen Plätzen zum Trinken und Gassigehen. Ein vertrauter Napf und Wasser sollten für alle Fälle mit im Gepäck sein und wer einen routinierten vierbeinigen Mitfahrer hat, der kann ihn unterwegs auch mit einem kleinen Snack belohnen. Für Härtefälle gibt es beim Tierarzt auch entsprechende Medikamente gegen Reiseübelkeit.

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