Hanns S., Lichterfelde: Seit dem Sommer hat ein Buntspecht drei, zum Teil tiefe Löcher in unsere wärmegedämmte Hausfassade geschlagen. Die Löcher sind so groß, das er komplett darin verschwinden kann. Dabei gibt es viele, auch alte Bäume in der Umgebung. Wie können wir verhindern, dass der Vogel weitere Schäden anrichtet?
Andreas Ochs: Über die Aktivität von Spechten an Hausfassaden wird in den letzten Monaten zunehmend und vielerorts berichtet. Solange nicht das eigene Haus betroffen ist, ist das ja eigentlich eine positive Nachricht, zeigt sie doch, dass sich die Vögel als Kulturfolger auch an ungewöhnlichen Plätzen wohlfühlen können.
Natürlicherweise werden Bäume zum Nahrungserwerb, zur Reviermarkierung oder zum Bau von Nisthöhlen lautstark bearbeitet. Leider scheinen nun aber gerade die modernen Materialien zur Wärmedämmung einer Fassade die Spechte zum Hämmern zu animieren. Einerseits klingt das ähnlich, wie wenn auf morsches Holz geklopft wird, und andererseits siedeln sich in den schon verursachten Schadstellen schnell Insekten und andere, für die Vögel attraktive Untermieter ein. Das führt zu einem Belohnungseffekt, der weitere Aktivitäten aussichtsreich erscheinen lässt.
Die Lust am Picken vermiesen
Diesen Effekt zu vermeiden bedeutet, dass man bereits vorhandene Löcher so schnell wie möglich schließen und als zweite wichtige Maßnahme, den Spechten die Lust am Picken vermiesen muss. Das nun ist ein Wettbewerb zwischen der eigenen Kreativität und der Intelligenz der Spechte.
Man könnte etwa mehrere Streifen aus glänzender Aluminiumfolie oder einige CD-Rohlinge an der Wand beweglich aufhängen, versuchen, die Spechte bei der Arbeit möglichst häufig zu stören, oder – teuer, aber wahrscheinlich am erfolgversprechendsten – die Fassade derart glätten, dass den Vögeln das Festhalten unmöglich wird.
Eine hundertprozentig wirksame Maßnahme gibt es bedauerlicherweise nicht, denn auch an die beste Vergrämungsmethode gewöhnen sich die Spechte nach einiger Zeit.
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