Linda Griese, Wannsee: Ich habe im Gerätehaus auf meinem Grundstück Marder als ungebetene Nachbarn. Was kann ich tun?

Andreas Ochs: Steinmarder sind etwa katzengroße zu den Raubtieren gehörende Wildtiere. Ihre natürlichen Unterschlüpfe sind Holzstöße, verlassene Gebäude oder Mauernischen. Als Kulturfolger haben sie sich aber auch in der Stadt mit den Geräuschen der Umgebung und vor allem mit der relativ leichten Futtersuche gut arrangiert. Beides führt dazu, dass sich die Tiere auch gern in unmittelbarer Nähe zu bewohnten Räumen ansiedeln. Oft ist das der Dachboden, aber auch ein selten benutztes Gartenhaus oder ein verrumpelter Geräteschuppen stellen ideale Unterkünfte dar.

Da die Jagd natürlich verboten ist und genauso wie das Wegfangen durch Fallen auch nur für eine kurze Zeit – nämlich bis ein Nachfolger genau dort wieder eingezogen ist – von Wirkung wären, bleiben also nur zwei Möglichkeiten. Entweder Sie vergrämen die Marder, indem Sie ihnen den Aufenthalt so ungemütlich wie möglich machen oder Sie stellen fest, wo die Tiere ins Haus eindringen und schließen dort die Lücken.

Das Vergrämen ist allerdings eine recht unsichere Methode, weil sich die Tiere sowohl an Lärm aber auch an zunächst unangenehme Gerüche gewöhnen können. Es gibt Berichte über mehr oder weniger erfolgreiche Versuche mit Hilfe von in Petroleum getränkten Lappen oder dem Versprühen von Eukalyptusöl. Am besten ist es jedoch, den Mardern den Zugang zu ihren Unterkünften zu verschließen. Dabei muss man aber darauf achten, dass die nachtaktiven Tiere dort nicht tagsüber „eingesperrt“ werden. Außerdem ist es wichtig zu wissen, dass sie in der Lage sind, selbst durch nur handgroße Lücken, zum Beispiel auch zwischen Dachziegeln, zu schlüpfen. Etwas kriminalistischen Spürsinn setzt das Herausfinden des Zugangs voraus. Den zu verschließen ist die beste Voraussetzung, die tierische „Belagerung“ in den Griff zu bekommen.

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