Ratgeber

Mieter: Wer ist für den Test des Trinkwassers zuständig?

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Zum Teil 100 Jahre alte Bleirohre in Altbauten sind kein schöner Anblick. Sie korrodieren und können das Trinkwasser belasten. Doch wer prüft das nach? Reiner Wild vom Mieterverein Berlin antwortet.

Daniela G., Reinickendorf: Ich wohne in einem sehr alten Haus und habe den Verdacht, dass hier noch alte Bleirohre verlegt sind. Die Hausverwaltung gibt dazu nur sehr vage Auskünfte. Kann ich verlangen, dass die Hausverwaltung einen Trinkwassertest macht? Könnte ich, wenn ich selbst einen veranlasse, im Falle einer Bleibelastung die Kosten dafür zurückfordern? Und wie gehe ich dann weiter vor?

Reiner Wild: Die Grenzwerte in der Trinkwasserverordnung für Blei sind inzwischen so niedrig, dass man davon ausgehen kann, dass bei Feststellung von Blei im Trinkwasser der vollständige Austausch der Bleileitungen erforderlich ist. Ein Anspruch auf Prüfung des Bleigehaltes durch den Vermieter besteht nicht.

Der Mieter kann jedoch das Wasser selbst prüfen lassen. Besteht eine Bleibelastung, muss der Vermieter umgehend die Bleileitungen auf seine Kosten austauschen. Dazu sollte der Mieter den Vermieter schriftlich unter Angabe einer etwa 14-tägigen Frist auffordern.

Es ist davon auszugehen, dass eine solche Aufforderung zum Erfolg führt, denn der Verstoß gegen die Trinkwasserverordnung kann mit einem Bußgeld des zuständigen Bezirksamtes geahndet werden. Die Kosten für die Prüfung des Wassers kann sich die Mieterin in diesem Fall vom Vermieter erstatten lassen. Ob die Bleibelastung durch Armaturen hervorgerufen wird, kann im Zweifel durch Nachprüfungen ermittelt werden.

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