Ratgeber

Miete: Wer ist für den Anstrich der Wohnungstüren zuständig?

Wer für Schönheitsreparaturen aufkommen muss, ist im Mietvertrag festgehalten. Doch nicht alles, was Vermieter auf ihre Mieter abwälzen möchten, fällt darunter. Reiner Wild vom Mieterverein antwortet.

Peter H., Zehlendorf: Wir wohnen seit 1977 bei der Deutschen Annington. Zur Wohnung gehören sechs Holztüren. Das Holz ist fast weiß und wurde bei der Herstellung mittels mit einer Dickschichtlasur auf „Eiche Mittel“ gestrichen. Nach 35 Jahren zeigen sich Gebrauchsspuren in Küche und Bad. Wir haben die Wohnungsgesellschaft gebeten, die Türen nachzustreichen und als Antwort erhalten: „Gemäß Mietvertrag sind wir für Schönheitsreparaturen nicht zuständig“. Ist das so?

Reiner Wild: Das fachgerechte Streichen der Zimmertüren, der Innenseite der Wohnungseingangstür und der innenliegenden Fensterrahmen gehört zu den Schönheitsreparaturen. Bei einer Abnutzungszeit von 35 Jahren, wie in diesem Fall, wird man eine Schönheitsreparaturbedürftigkeit unterstellen können. Wer für dafür zuständig ist, ergibt sich zumeist aus dem Mietvertrag.

Aber Vorsicht, nicht jede Mietvertragsklausel zur Abwälzung der Schönheitsreparaturen auf den Mieter ist wirksam. Der Bundesgerichtshof hat in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Mietvertragsklauseln, mit denen die Mieter zu Schönheitsreparaturen gezwungen werden sollten, für unwirksam erklärt. Eine unwirksame Übernahmeverpflichtung würde dazu führen, dass der Vermieter die anstehenden Schönheitsreparaturen durchführen müsste.

Ob dies im vorliegenden Fall so ist oder ob, wie der Vermieter behauptet, der Mieter zuständig sei, kann nur durch eine eingehende Prüfung des Mietvertrages beurteilt werden. Dazu sollte ein Beratungsgespräch geführt werden, bei dem der Mietvertrag vorliegen sollte.

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