Ratgeber Mieter

Was gilt alles als Sicherheit für eine Kaution?

Viele Mieter blättern die Mietkaution bei Vertragsabschluss cash auf den Tisch. Es gibt auch andere Möglichkeiten, die Kaution zu erbringen. Reiner Wild, Chef des Mietervereins Berlin, erklärt welche.

Markus Lange, Dahlem: Bisher hatten wir unsere Kaution immer per Abtretungserklärung des entsprechenden Betrages durch unsere Bausparkasse gedeckt. Der Vermieter unserer neuen Wohnung seit 1.3.2014 lehnt dies ab. mit der Begründung: „dass neben der gesetzlich geregelten Anlageform, also der Barkaution, der Mieter die Kaution auch durch Verpfändung eines auf ihn geführten Kontoguthabens bei einer bundesdeutschen Sparkasse oder Bank beziehungsweise einem ausländischen Kreditinstituts eines EU-Mitgliedstaates erbringen kann. Ein Bausparkonto fällt nicht unter diese Vereinbarung.“

Dies steht auch so im Mietvertrag, ergänzt um den Hinweis: „Ersatzweise ist der Vermieter damit einverstanden, dass der Mieter die Kaution in Form einer ... Bankbürgschaft ... stellt. Kautionsbürgschaften sonstiger Institutionen oder Personen bedürfen der Zustimmung des Vermieters.“ Unsere Frage hierzu: Ist dies rechtens und kann der Vermieter die Verpfändung eines Bausparguthabens ausschließen? Wenn nicht, gibt es dazu vergleichbare Urteile oder Gesetzesgrundlagen?

Reiner Wild: Eine Sicherheitsleistung (Kaution), die der Vermieter vom Mieter mietvertraglich verlangt, darf drei Monatsmieten (nettokalt) nicht übersteigen. Üblich sind Barkautionen, verpfändete Sparbücher oder Bankbürgschaften. Andere Anlageformen wie Wertpapiere, Aktien oder Bausparverträge können auch als Sicherheit genommen werden.

Allerdings ist Voraussetzung, dass dies mietvertraglich auch so vereinbart wurde. Liegt diese mietvertragliche Vereinbarung nicht vor, kann das Bausparguthaben nur im Einvernehmen mit dem Vermieter als Sicherheit verwendet werden.

Rechtshinweis: Wir bemühen uns, möglichst viele Fragen zu beantworten. Dennoch behalten die Experten sich vor, bestimmte Bereiche auszuklammern. Bei sensiblen Fragen werden die Nachnahmen auf Wunsch anonymisiert. Einen Rechtsanspruch auf eine Antwort haben Sie nicht. Eine Haftung ist ausgeschlossen.

Wenn Sie Fragen an unsere Experten haben, können Sie diese per E-Mail schicken an ratgeber@morgenpost.de oder per Post an Berliner Morgenpost, Stichwort Ratgeber, Kurfürstendamm 21-22, 10874 Berlin.

Meistgelesene