Immer mehr Menschen geben an, unter Speisekartenangst zu leiden. Das Phänomen zeigt sich vor allem in der Generation Z, kurz Gen Z. Junge Leute scheuen sich davor, mit der Bedienung zu interagieren und sie womöglich wieder wegzuschicken – die Situation ist für sie einfach zu unangenehm. Stattdessen schauen sich viele bereits vor der Verabredung im Restaurant die Speisekarte online an und entscheiden sich im Vorhinein für ein Gericht.
Das sei nicht unproblematisch, sagt der Berliner Diplom-Psychologe und Psychotherapeut Thomas Dürst. „Viele bestellen heutzutage über Lieferando und reden nicht mehr mit Menschen. Ich halte das für dramatisch.“
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Auch wenn sich hinter dem Begriff eine Angststörung vermuten lässt: Die Speisekartenangst gehört nicht zum klassischen Diagnose-Katalog psychischer Störungen, kann also nicht von einem Arzt oder Psychotherapeuten diagnostiziert werden. „Vielmehr könnte es sich um die spezifische Ausprägung einer Angst handeln, die eine Diagnose rechtfertigt, zum Beispiel eine soziale Phobie oder eine generalisierte Angststörung“, erklärt Dürst. Die Angst, im Restaurant zu bestellen, könne isoliert auftreten oder ein Aspekt einer größeren Angstthematik sein.



