Hoher Nutzen für wenig Geld? Das jedenfalls versprechen Reflexionsfolien für die Heizung, die es über Amazon, Otto und Co. schon für unter zehn Euro zu kaufen gibt. Selbst große Baumarktketten wie Toom und Obi haben die Dämmfolien im Sortiment. Bis zu 95 Prozent Wärmereflexion verspricht die Dämmplatte ‚PUR‘ im toom-Onlineshop*. Der Wärmeverlust im Raum soll dadurch um rund 36 Prozent verringert werden.

Dämmfolie für Heizung: Bestimmte Produktgruppe überzeugt besonders

Die Montage gestaltet sich bei nahezu allen Produkten einfach. Die Heizkörper-Reflexionsfolie ‚Noma‘ von Obi* ist selbstklebend – andere Folien werden nur geklemmt. Gemein haben alle Dämmfolien das Prinzip: Die Wärme der Heizkörper soll reflektiert und in den Raum zurückgeworfen werden. Die meisten Dämmplatten bestehen aus einer dünnen Dämmschicht, die raumseitig mit einer Aluminiumschicht überzogen ist.

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Die Effizient der Energiesparmaßnahme sehen Experten kritisch. In der Praxis habe sich das Anbringen von Reflexionsfolie hinter der Heizung kaum bewährt, erklärt Frank Ebisch vom Zentralverband Sanitär, Heizung, Klima (ZVSHK) gegenüber ‚myhomebook‘. „Wenn es sich um eine reine Alufolie handelt, verändert sich die Dämmwirkung der Wand an dieser Stelle praktisch nicht.“ Besser sind mit Blick auf die Effizienz daher die etwas teureren Dämmplatten statt der einfachen Folien.

Beispiele für Dämmplatten sind:

Wie effizient ist die Dämmfolie an der Heizung? Es gibt mehrere Haken

Der Vorteil der Platten: Sie besitzen zusätzlich eine Dämmschicht und haben neben der Reflektionsfunktion auch einen dämmenden Effekt. Ebisch dazu: „Bezogen auf ein sehr schlecht gedämmtes Haus kann hier eine Einsparung von nur oder immerhin vier Prozent erreicht werden.“ Vorausgesetzt, alle Heizkörper werden entsprechend ausgerüstet. Auch Alexander Rosenkranz vom Online-Portal „heizung.de“ attestiert der Dämmfolie eine sehr geringe Effizienz.

„Die dünnen Reflektionsfolien mindern die Wärmeverluste nur sehr gering“, schreibt Rosenkranz in seinem Fazit. Der Hauptgrund dafür ist, dass die Dämmfolie oder Platte hinter dem Heizkörper nur eine kleine Fläche abdeckt. Ist die Außenwand nicht ausreichend isoliert, ist der Effekt kaum spürbar. Hinzu kommt, dass ein Großteil der Wärme über die Decke entweicht, da warme Luft nach oben steigt. Auch schlecht isolierte Fenster und Türen können die Energiebilanz negativ beeinflussen.

Experte warnt vor Schimmel – was man zu der Montage wissen sollte

Maßnahmen wie eine Dämmung der Decke oder der Tausch alter Fenster sind daher deutlich effizienter als der Ansatz mit der Dämmfolie. Zudem bergen die Reflexionsfolien ein gewisses Risiko. „Bei unsachgemäßer Verwendung können Feuchteschäden wie Schimmel entstehen“, schreibt Rosenkranz. Das Heimwerkermagazin „selbst“ empfiehlt daher, eine Dämmfolie flächenbündig an den Heizkörper anzubringen.

In Lufteinschlüssen kann sich Feuchtigkeit sammeln, die wiederum Schimmel begünstigt. Reflexionsfolien, die nicht flächenbündig an die Heizung oder die Wand angebracht werden können, werden daher nicht empfohlen. Die Wand hinter der Heizung sollte vor einer Montage Staub und schmutzfrei sein. Das Abnehmen der Heizkörper ist aufwendig, kann aber sinnvoll sein. So lässt sich auch die Fläche besser abmessen und die Folie leichter anbringen.

Zahl oder SymbolTemperatur
Stufe *6 Grad
Stufe 112 Grad
Stufe ☽  (Mond)14 Grad
Stufe 216 Grad
Stufe 320 Grad
Stufe 424 Grad
Stufe 528 Grad

Unser Fazit zur Dämmfolie an der Heizung: Keine Wunder erwarten

Die Autoren von „selbst“ empfehlen Dämmfolien für ältere Häuser mit Heizkörpernischen oder geringer Außendämmung. In neueren Häusern mit guter Fassadendämmung lohnt sich eine Reflexionsfolie nicht. Unser Fazit: Eine Dämmfolie kann in Zimmern mit einer schlechten Isolierung sinnvoll sein – Wunder sollte man aber nicht erwarten. Experten sehen ein Einsparpotenzial von maximal vier Prozent. Bei Heizkosten von circa 2000 Euro sind das rund 80 Euro pro Jahr.

Für eine Reflexionsfolie spricht, dass die Anschaffungskosten vergleichsweise gering sind und die Montage einfach ist. Auch kleine Einsparungen können sich über die Jahre rechnen. Zu empfehlen sind die etwas teureren Dämmplatten, da sie im Gegensatz zu der reinen Folie die Wärme nicht nur reflektieren. Auch die Dicke und das Material der Dämmschicht sind wichtige Kriterien, auf die bei der Auswahl geachtet werden sollte.

Doch selbst die beste Dämmplatte hinter der Heizung hat nur einen vergleichsweise geringen Effekt. Ist die Energiebilanz schlecht, sollten Hausbesitzer über Maßnahmen wie eine nachträgliche Fassadendämmung oder neue Fenster und Türen nachdenken. Nicht immer müssen auch alle Sanierungen auf einmal gemacht werden. Energieberater erarbeiten auch Sanierungsfahrpläne in Etappen und für einige Modernisierungen gibt es auch eine Förderung vom Staat.

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