Diese Geschichte beruht auf wahren Ereignissen – ein Satz, der auf viele Menschen eine große Anziehung hat, besonders wenn es um Verbrechen geht. Seit Jahren entstehen immer mehr Medien-Formate, die sich mit echten Kriminalfällen beschäftigen – True-Crime-Podcasts und -Dokumentationen oder gedruckte Magazine wie „stern Crime“.

Die Psychologin und Neurowissenschaftlerin Corinna Perchtold-Stefan forscht an der Universität Graz zu dem Phänomen True Crime. In einer aktuellen Studie hat sie untersucht, warum sich Menschen freiwillig mit grausamen Gewaltverbrechen beschäftigen und wie sich das auf den Alltag der True-Crime-Fans auswirkt.

Frau Perchtold-Stefan, Sie haben am Institut für Psychologie an der Universität Graz eine Studie zum Phänomen True-Crime gemacht. Wie kamen Sie auf diese Idee?

Corinna Perchtold-Stefan: Der Hype um True Crime in den Medien war immer an die Frage gekoppelt, ob das was Bedenkliches ist. Ob der Konsum auch negative Konsequenzen haben könnte, weil die Menschen misstrauischer werden, vielleicht gewaltbereiter und emotional abgestumpfter. Ich habe diese Diskussionen verfolgt und dachte mir: Es gibt keinerlei empirische Forschung dazu, ich bin selbst True-Crime-Fan, machen wir also eine Studie.