Beispiele für Verhandlungen auf Plattformen wie Kleinanzeigen.de (früher: Ebay Kleinanzeigen), die voll in die Hose gehen, gibt es viele: So trägt beispielsweise Moderator Klaas Heufer-Umlauf in seiner Sendung „Late Night Berlin“ zusammen mit Prominenten seltsame und unangenehme Verkaufsgespräche aus abfotografierten Chats vor, die von dem Online-Marktplatz stammen sollen. In den sozialen Medien folgen fast 400.000 Menschen dem Account: „kleinanzeigenfails“, in dem unter anderem Bilder von geplatzten Deals hochgeladen werden: „Was machen sie noch am Preis? – Was soll ich denn machen? – Nix“, heißt es in einem Dialog.
Wer selber schon einmal versucht hat, seine gebrauchte Sachen oder auch unbenutzte Produkte im Internet loszuwerden, wird es wahrscheinlich kennen: Verhandeln ist nicht immer von Erfolg gekrönt. Mal zieht das Angebot kaum Interessenten an, oder die potenziellen Käuferinnen und Käufer machen so niedrige Angebote, dass man das Gespräch direkt wieder beendet. Es gibt aber ein paar Punkte, die eher zum Erfolg führen.
Verhandlungen im Netz: Immer auch Sache der Persönlichkeit
Auch wenn feste Preise historisch gesehen noch ein relativ junges Phänomen sind und Menschen früher auf dem Marktplatz nicht nur um Kleidung, sondern auch um Reis und Gemüse feilschten: Nicht alle Menschen verhandeln gerne. Zum Teil sei das einfach Persönlichkeitssache, wie Verhandlungsforscher und Psychologe Valentin Ade erklärt. Ade unterrichtet Verhandlungsführung an der Executive School der Universität St. Gallen und für die UN. „Manchen Menschen macht das auch richtig Spaß“, betont er und empfiehlt, die Verhandlung als Tanz zu sehen: „Wenn beide Partner gut miteinander verhandeln, dann können beide davon profitieren.“


