Aus dem Kinderzimmer sind Stimmen zu hören. Melina (Name geändert) hat zwei Freundinnen zu Besuch. Sie spielen ausgelassen. Dann wird die Mutter stutzig. „Wollen wir das mit dem Scheidenbohrer auch mal ausprobieren? So wie die Jungs das immer machen?“, hört sie eines der Mädchen sagen. Als die Mutter irritiert ins Zimmer schaut, reagieren die drei peinlich berührt. Sofort hören sie auf sich mit dem Ziel zu jagen, sich gegenseitig mit dem Zeigefinger von vorne zwischen die Beine zu piksen.
Der Scheidenbohrer ist die Abwandlung eines TikTok-Trends: dem sogenannten Arschbohrer, der offenbar auf Influencer Montana Black zurückgeht. Dabei rammen vor allem Jugendliche anderen Ahnungslosen den Zeigefinger zwischen die Pobacken. Meist wird die Reaktion gefilmt und im schlimmsten Falle ins Netz gestellt – klassisch kommentiert mit den Worten: „Arschbohrer kriegt jeder!“
Selbst an Grundschulen ist der Trend längst angekommen – meist ohne Filmen und mit dem verniedlichten Namen „Popobohrer“. Oder eben abgewandelt als „Scheidenbohrer“ wie bei Melina und ihren Mitschülerinnen und Mitschülern in der zweiten Klasse.




