• Ostern steht vor der Tür – und wird auf der ganzen Welt mit faszinierenden Bräuchen gefeiert
  • In Deutschland stehen vor allem der Osterhase und bunte Eier für das Fest
  • In anderen Ländern gibt es mitunter skurrile Traditionen

Ostern – ein Fest voller verschiedener Bräuche und Kontraste. Einerseits das höchste christliche Fest, an dem Gläubige weltweit der Kreuzigung und Auferstehung Jesu gedenken. Andererseits eine Zeit, in der alte heidnische Traditionen weiterleben – vom Osterhasen bis hin zum Eiersuchen.

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Besonders in den deutschsprachigen Ländern spielt Meister Lampe eine zentrale Rolle: Er huscht in der Nacht zum Ostersonntag durch Gärten und Wohnungen, um bunte Eier und süße Überraschungen zu verbergen. Am Morgen beginnt dann die spannende Suche – ein Moment voller Freude und leuchtender Kinderaugen. Viele Arbeitnehmer können sich an Ostern zudem über ein verlängertes Wochenende freuen. Karfreitag und Ostermontag sind bundesweit gesetzliche Feiertage. Die Ostertage auf einen Blick:

Datum 2025Tag und Bedeutung
17. AprilGründonnerstag: Beginn von Ostern
18. AprilKarfreitag: Gesetzlicher Feiertag; Todestag Jesu Christi
20. AprilOstersonntag: Auferstehung Jesu Christi
21. AprilOstermontag: Gesetzlicher Feiertag; Jesu Christi soll sich seinen Jüngern offenbart haben

Ostern auf der ganzen Welt: In diesen Ländern wurde der Osterhase abgeschafft

Der Osterhase genießt jedoch nicht überall einen guten Ruf. In Australien hat man ihn gleich ganz abgeschafft, was er seinen Verwandten, den Kaninchen, zu verdanken hat. Die wurden vor etwa 150 Jahren von europäischen Siedlern ins Land gebracht und vermehrten sich in der Folge so schnell, dass sie sich zu einer wahren Plage entwickelten. So übertrugen die Australier die Aufgaben des Osterhasen kurzerhand einem einheimischen Nasenbeutler, dem Bilby, der mit seinen langen Ohren ein wenig wie ein Hase aussieht.

Der Oster-Bilby hat sich Down Under mittlerweile zu einem echten Star entwickelt. Oster-Bilbys aus Schokolade kann man zum Osterfest in den Läden kaufen, und in den Fußgängerzonen der australischen Städte verteilen Studenten in Bilby-Kostümen die Eier. Auch in anderen englischsprachigen Ländern wird das Osterfest etwas anders und mitunter etwas skurriler gefeiert.

In Australien zieht man Osterbilbies den Osterhasen vor. Der Bilby ist eine Beuteltierart.
In Australien zieht man Osterbilbies den Osterhasen vor. Der Bilby ist eine Beuteltierart.© dpa | Wild Life SydneyHo

So hält sich in Irland der Brauch des Heringsbegräbnisses. Da in dem einst streng katholischen Land während der Fastenzeit, die an Ostern endet, kein Fleisch, sondern höchstens Fisch gegessen werden durfte, war vor allem bei den Fleischern die Freude so groß, dass sie an Ostern symbolisch Heringe in der Erde verbuddelten. Der Brauch an Ostern hat sich bis zum heutigen Tag gehalten.

Ostern weltweit : Easter Egg Roll und Peitschenhiebe – die skurrilsten Bräuche

In Schottland und in den Vereinigten Staaten gibt es derweil die Tradition des Easter Egg Roll. Am Ostersonntag versammeln sich in vielen Parks ganze Familienverbünde, um hartgekochte und bemalte Ostereier einen Hügel hinunterzurollen. Gewinner ist, wessen Ei die weiteste Strecke rollt und dabei unbeschadet bleibt. In den USA lädt sogar der US-Präsident jedes Jahr zum Easter Egg Roll für Kinder ein. Hierbei müssen sie ihre Ostereier auf dem Capitol Hill mit einer Art Löffel über den Rasen befördern.

Bei unseren östlichen Nachbarn Tschechien und Polen geht es an Ostern dagegen recht handfest zu. In Tschechien ist der Ostermontag auch als der Peitschen-Montag bekannt. Die Männer peitschen dabei mit Weidenzweigen auf die Beine der Frauen ein. Allerdings wird heutzutage eher gestreichelt als gepeitscht. Die Hiebe sollen Jugend und Gesundheit bringen. Die Damen bedanken sich dafür bei den Herren an Ostern dafür traditionell mit Schokolade und Schnaps.

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Ostern in Polen: Wasserschlachten auf der Straße – Brauch hat kirchlichen Ursprung

In Polen werden an Ostern regelrechte Wasserschlachten veranstaltet. Der Brauch soll auf das Jahr 966 zurückgehen, als sich der damalige polnische Herrscher taufen ließ. Heute gehen die Polen am Ostermontag mit Wasserpistolen und gefüllten Wassereimern aufeinander los. Mitunter liefern sich sogar die Löschzüge der Feuerwehr spritzige Schlachten. Ostern jenseits der Oder-Neiße-Grenze ist in jedem Fall eine feucht-fröhliche Angelegenheit.

Wasserschlachten am Ostermontag in Polen.
Ein Mädchen wird von Jungs in traditionellen Kostümen mit Wasser übergossen.© picture alliance / Anadolu | Jakub Porzycki

Mit einem grausamen Ritual wird Ostern Jahr für Jahr auf den Philippinen gefeiert. Dort lassen sich an Karfreitag besonders streng Gläubige – oder jene, die sich dafür halten – an Kreuze nageln. Eine Todesstrafe ist dieser Akt heute aber nicht mehr: Nach einigen Minuten werden die Gekreuzigten wieder abgenommen und ihre Wunden versorgt. Die katholische Kirche befürwortet den Brauch nicht, tut aber auch wenig, um ihn zu verhindern.

Ein Mann mit Lendenschurz und Dornenkronen liegt auf einem großen Holzkreuz. Um ihn herum stehen mehrere Männer, die wie römische Soldaten verkleidet sind.
Was aussieht wie ein Theaterstück ist eine grausame Tradition: Auf den Philippinen lassen sich jedes Jahr an Karfreitag Menschen in Gedenken an Jesus Christus kreuzigen.© Aaron Favila/AP | Unbekannt

Bis vor einigen Jahren gab es auf der griechischen Insel Chios einen Osterbrauch, der eher an Silvester erinnert. Mitglieder zweier Kirchengemeinden beschossen sich über ein Tal hinweg mit selbstgebastelten Raketen. Die Tradition soll auf die Zeit zurückgehen, als die Insel von den Osmanen besetzt war und die Bewohner die Besatzer mit dem Feuerwerk verschrecken wollten. Im Jahr 2018 verboten die griechischen Behörden jedoch das Spektakel an Ostern. Es war ihnen einfach zu gefährlich geworden.

tok